Wenn Aderknäuel in der Haut wachsen

Fast jedes zehnte Kind hat einen Blutschwamm - eine Ansammlung von Adergewebe im Gesicht oder am Körper. Die Flecken sehen irritierend aus, sind aber meist harmlos.

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Viele Kinder kommen mit einem Blutschwamm auf die Welt. Oft bildet sich dieser bis zum dritten Lebensjahr wieder zurück.©

Der Volksmund spricht von Blutschwamm, der Arzt von Hämangiom. Beide meinen dasselbe: eine Ansammlung von Adergewebe im Gesicht oder am Körper. Dramatisch sehen die roten Male vor allem im Gesicht aus. Sie können das Selbstbewusstsein von Kindern durchaus beeinträchtigen. Außerdem wachsen sie gelegentlich sehr stark und können dadurch Gewebe und Organe verdrängen. Dann sollten Sie schnell handeln. Denn der Hautarzt kann die gutartigen Blutschwämme mit der Hilfe von Laserlicht dazu anregen, sich zurückzubilden.

Ungefähr jedes zehnte Kind hat einen Blutschwamm - darunter ungefähr dreimal so viele Mädchen wie Jungen. Betroffen sind vor allem Frühgeborene. 60 Prozent der Blutschwämme finden sich an Hals und Kopf. Aber auch an Armen und Beinen, am Rücken oder anderen Körperstellen können sie wachsen. Vier von fünf dieser Hämangiome sind ungefährlich. Und zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr bilden sich die Gewächse normalerweise vollständig zurück.

Ursache unbekannt

Die Eigenschaft, solche Aderknäuel zu entwickeln, ist angeboren. Aus bis jetzt ungeklärten Gründen hört der Körper der Betroffenen nicht auf, weiter Aderstrukturen zu bilden - als ob er nicht bemerkt hätte, dass er mittlerweile aus dem Stadium eines Embryos heraus ist. Denn der Blutschwamm ist - genau genommen - ein embryonaler Tumor: Die Zellen, aus denen die Adern entstehen, werden auch nach der Geburt weiter von körpereigenen Wachstumsförderen stimuliert. So wachsen immer mehr Aderstrukturen in der Haut heran, die der Körper in diesem Stadium gar nicht mehr braucht - ein Blutschwamm entsteht. Diese nimmermüden Zellen stammen möglicherweise aus dem Mutterkuchen. Denn dort entwickeln sich zu Beginn der Schwangerschaft innerhalb kürzester Zeit neue Arterien und Venen, mit deren Hilfe die Mutter ihr ungeborenes Kind versorgt.

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