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Prostatakrebs-Früherkennung: Leben mit der Unsicherheit

Kaum eine Erkrankung bereitet Männern größere Angst als Prostatakrebs: Jährlich erfahren 60.000 Männer in Deutschland, dass sie daran leiden, mehr als 10.000 im Jahr sterben daran. Nur der so genannte PSA-Test kann den Tumor im Frühstadium aufspüren. Doch der Check birgt auch Unsicherheiten.

Von Nicole Heißmann

Das Karzinom der Vorsteherdrüse ist die häufigste bösartige Geschwulst beim Mann. Im Schnitt wird sie um dem 70. Geburtstag herum entdeckt, manche Männer erkranken auch in einem Alter unter 50 Jahren. Besonders groß ist das Risiko, wenn nahe Verwandte wie Vater oder Bruder bereits an Prostatakrebs leiden.

Ungeklärt ist, ob der Lebensstil das Tumorwachstum beeinflusst: Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel scheinen den Tumor zwar eher zu fördern, fettarmes Essen und Ballaststoffe hingegen sollen ihm eher entgegenwirken. Doch eine gezielte Vorbeugung ist laut Robert-Koch-Institut "gegenwärtig nicht möglich". Das Gemeine dabei: Der Patient bemerkt anfangs wenig von dem Karzinom. Schmerzen treten meist erst auf, wenn in Nachbargeweben Tochtergeschwüre wuchern - für eine Therapie ist es dann reichlich spät.

Unsicherheiten bleiben

Wer Gewissheit braucht, kann einen PSA-Test durchführen lassen. Dieser Blut-Check ist als einziges Verfahren in der Lage, Tumoren im Frühstadium zu entdecken. Allerdings sollten Betroffene wissen, dass dieser Test mit einigen Unsicherheiten verbunden ist.

Männer ab 50, bei familiärem Risiko ab 45 Jahren, bekommen in Praxen zwei Untersuchungen angeboten: das Abtasten der Prostata und der PSA-Test. Beim Abtasten sucht der Arzt mit dem Finger vom Enddarm aus nach Knoten im Drüsengewebe. Hierfür übernehmen die Kassen die Kosten.

Bei einem PSA-Test wird im Blut der Wert des prostataspezifischen Antigens PSA bestimmt. Dieses Eiweiß wird in der Prostata produziert und macht den männlichen Samen fließfähiger. Etwas PSA tritt immer ins Blut über und kann dort nachgewiesen werden - je höher der Wert, desto größer das Krebsrisiko. Für eine endgültige Diagnose muss noch eine Biopsie erfolgen, bei der der Arzt Gewebeproben der Prostata entnimmt. Finden sich darin Tumorzellen, muss der Arzt klären, ob die Drüse entfernt oder bestrahlt wird, und ob der Krebs womöglich benachbarte Organe befallen hat. Ein erhöhter PSA-Wert hat demnach Konsequenzen. Selbst wenn ein Patient mit dem behandelnden Arzt entscheidet, mit weiteren Schritten zu warten, lebt er in Unsicherheit. Wie gut er das verträgt, ist eine Frage des Naturells.

Unzuverlässige Ergebnisse

Gleichzeitig ist der Bluttest längst nicht so zuverlässig, wie man es gern hätte: Oft schlägt er Alarm, ohne dass ein Tumor vorliegt. Der erste Test sagt auch nichts darüber aus, ob ein Karzinom aggressiv wächst und wie dringend es entfernt werden muss. Das stürze den Patienten in ein Dilemma, sagt Kai Kolpatzik, Arzt beim AOK-Bundesverband: "Auf der einen Seite brauchen Männer Gewissheit, ob sie Krebs haben. Auf der anderen Seite will niemand eine überflüssige Biopsie, OP oder Bestrahlung über sich ergehen lassen."

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten (zwischen 20 und 100 Euro mit Beratung) für den Test nur bei konkretem Krebsverdacht, etwa bei Blut im Urin. Denn bislang fehlen wissenschaftliche Daten darüber, ob ein PSA-Test das Leben von Männern verlängern kann. So werden in Deutschland seit 1990 immer häufiger Tumoren in der Prostata entdeckt - vor allem wohl, weil inzwischen mehr Männer einen PSA-Test durchführen lassen. Doch diese Patienten sterben heute ähnlich früh oder spät wie vor 1990 - ein aus Sicht der Kassen zu geringer Nutzen, um die Untersuchung in jedem Fall zu finanzieren. Zurzeit laufen zwei große Studien in Europa und den USA, um zu klären, ob ein Test das Leben verlängern kann oder nicht.

Allerdings fehlen überzeugende Alternativen. Bei der Tastuntersuchung erspürt der Arzt nur größere Knoten. Das gleiche gilt für Ultraschalluntersuchungen. Nur der PSA-Test kann Tumoren entdecken, solange sie klein und die Heilungschancen gut sind.

Kein Wunder, dass Wissenschaftler zurzeit eine Reihe von Alternativ-Tests erforschen, die unter anderem weitere Krebs-Marker in Blut und Urin finden sollen. Auch mit Tomographie-Geräten können Ärzte bereits Wucherungen in der Prostata aufspüren. Allerdings gilt keine der Methoden bisher als Standard. "Bildgebende Verfahren sind sehr teuer. Und die Fehlerquote ist immer noch zu hoch, um die Methoden flächendeckend als Vorsorgeuntersuchungen einzusetzen", sagt Sven Reske, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Uni-Klinikum in Ulm.

Wenig aussagekräftige Werte

Hartwig Huland, Chefarzt der Martini Klinik in Hamburg, die auf Prostatakrebs spezialisiert ist, hält den PSA-Test für unverzichtbar: "Der Test ist die einzige echte Früherkennungsmethode, die wir haben. Viele Prostatakarzinome sind seit seiner Einführung in einem heilbaren Stadium entdeckt worden."

Allerdings müssen PSA-Werte mit Vorsicht interpretiert werden: Viele Ärzte setzen die Schwelle zwischen "gesund" und "verdächtig" bei vier Milliardstel Gramm PSA pro Milliliter Blutprobe an - ein wackeliger Wert, findet Huland: "Männer mit erhöhtem Spiegel sind häufig gesund, und Männer mit niedrigem Wert können durchaus einen Tumor haben."

Zudem verhält sich nicht jedes Karzinom gleich, sagt Hans-Joachim Gebest, Leiter des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Bei einigen Patienten wuchert es aggressiv, bei den meisten wächst es langsam. Viele Männer sterben letztlich an etwas anderem, ohne den Tumor in ihrer Drüse je bemerkt zu haben. Bei Autopsien älterer Männer wurden oft Prostata-Karzinome gefunden, die keine Symptome verursacht und das Leben nicht verkürzt hatten.

Eine Frage der Lebensqualität

Wie sich eine Geschwulst entwickeln wird, kann jedoch niemand voraussagen. Ein vorsichtiger Arzt wird eher zur Biopsie und dann eventuell zur Operation raten - ein Eingriff, der das Leben erheblich verändern kann, wenn dabei Nervenstränge an Harnröhre und Penis verletzt werden: "Die Techniken sind besser geworden, aber Prostata-OPs können immer noch inkontinent und impotent machen", sagt Hans-Joachim Gebest.

Experten wie Huland plädieren daher dafür, beim Kampf gegen Prostatakrebs auch die Lebensqualität des Patienten im Blick zu behalten. Bei leicht erhöhtem PSA kann es besser sein, Blutwerte über Jahre zu messen, als sofort zu therapieren. Huland berücksichtigt auch andere Erkrankungen: "Einem Mann mit einer Lebenserwartung von weniger als zehn weiteren Jahren mit einem kaum aggressiven Prostatakrebs würde ich keine Therapie mehr zumuten", sagt Huland.

Die Leitlinie der deutschen urologischen Fachgesellschaften empfiehlt: Ein Mann Mitte vierzig ohne familiäre Vorbelastung soll vom Arzt zunächst darauf hingewiesen werden, dass sein Risiko für Prostata-Krebs bei etwa 20 Prozent liegt. Ein PSA-Test sollte nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten erfolgen. 50-Jährigen wird ein PSA-Test nahe gelegt, ebenso 45-Jährigen mit Krebs in der Familie. Das gleiche gilt für Männer, die etwa Probleme beim Wasserlassen haben, wobei hier zunächst andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Eine Entscheidungshilfe findet sich auf den Internetseiten von "Früherkennung Prostatakrebs", einem Gemeinschaftsprojekt von AOK Bundesverband, Universität Bremen und Krebsinformationsdienst. Dort können Männer Nutzen und Risiken des PSA-Tests gegenüberstellen und erhalten eine Art persönliches Fazit. Das soll ihnen helfen, beim Arzttermin die richtigen Fragen zu stellen, so Kai Kolpatzik von der AOK: "Das Online-Portal ersetzt nicht den Arzt, aber der Patient geht informierter in die Praxis."

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(