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4. April 2010, 20:42 Uhr

Deutsche sagen immer öfter "Nein"

1980 waren noch drei Viertel aller westdeutschen Männer einmal verheiratet, mittlerweile nur noch 63 Prozent - das geht aus den Berechnungen von Demografen hervor. Vor allem ostdeutsche Männer neigen zur Eheverweigerung.

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Die Ehe als klassisches Familienmodell nimmt an Bedeutung immer weiter ab© Jens Wolf/DPA

Die Bedeutung der Ehe schwindet deutlich: Unter den Jüngeren werde knapp ein Drittel der Frauen und fast 40 Prozent der Männer ihr Leben lang ledig bleiben, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf aktuelle Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Im Vergleich zu 1980 habe sich die Heiratswahrscheinlichkeit damit halbiert.

Besonders extrem ist demnach die Entwicklung bei ostdeutschen Männer: Blieben von ihnen 1980 gerade einmal zwölf Prozent lebenslang unverheiratet, seien es mittlerweile 41 Prozent. Von den ostdeutschen Frauen würden 31,8 Prozent ledig bleiben, gegenüber acht Prozent 1980. Im Westen sank demnach der Anteil der Männer, die wenigstens einmal im Leben heiraten, in diesem Zeitraum von 76 auf 63,8 Prozent. Unter den westdeutschen Frauen werden 30,5 Prozent niemals den Bund der Ehe eingehen, gegenüber 14 Prozent 1980. "Die Bedeutung der Ehe ist dramatisch zurückgegangen", sagt Jürgen Dorbritz, der die Prognose des Instituts erstellt hat.

"Extrem bedenkliche Entwicklung"

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johannes Singhammer, sprach von einer "extrem bedenklichen Entwicklung", die die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft gefährde. "Die Menschen werden spüren, dass der Sozialstaat nie die Sicherheit bieten kann wie die traditionelle Familie", sagte der CSU-Politiker dem Blatt. "Die meisten Männer und Frauen entscheiden sich nicht aus Überzeugung gegen die Ehe", sagte der Soziologe und Regierungsberater Hans Bertram, der dem Kompetenzzentrum des Bundesfamilienministeriums angehört. Oft fehle gerade in den jüngeren Jahren die Sicherheit im Job. "Deshalb verhalten sie sich durchaus rational, wenn sie keine Kinder bekommen und keine festen Beziehungen eingehen", sagte Bertram.

 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
Francois (05.04.2010, 23:27 Uhr)
@swissmiss
Dass Männer ihre Kinder nach der Scheidung zu sehen bekommt, wenn er das nur will, halte ich für ein Gerücht. Meine Exfrau hat mir aus Rache dafür, dass der Richter sie dazu "verdonnert" hat, weiter arbeiten zu gehen (Zitat:"Lassen Sie es sich nicht einfallen, jetzt plötzlich arbeitslos zu werden"), monatelang die Kinder vorenthalten. Weder Anwälte noch richterliches Zwangsgeld haben sie davon abgebracht.

Was den Schutz von Stalkingopfern betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Gegen diese Art von Psychoterror muss es Rechtsmittel und Strafen geben. Das Problem ist nur, dass solche Gesetze von Menschen auch missbraucht werden können. Und genau das geschieht nicht selten, wenn aus Liebe Hass wird.

Und was das Gehaltsniveau von Frauen betrifft: ich finde das auch Sch***. Was tun Sie persönlich denn dagegen?
SpringbokCT (05.04.2010, 17:01 Uhr)
> Swissmiss
Zitat: "Falls eine Frau im Falle einer Scheidung den weiteren Umgang des Vaters mit den Kindern nicht mehr wünscht, hat das sehr oft..."
Mit diesem Satz bestätigen Sie, dass das Ungangsrecht der Väter alleine von der Frau ihrer Wünsche abhängig ist, von dem was die Frau erachtet.

Zum Thema Gewaltschutzgesetz gebe ich Ihnen eine klassische Situation vor, die man fast täglich im TV sieht: Ein Mann wurde beim Fremdgehen ertappt und bekommt von der Frau die berühmte Backenpfeife.

Frage, was wäre wenn der Mann jetzt die Polizei rufen würde, müsste die Täterin dann ausziehen? Das glauben sie doch selber nicht, die Polizisten würden vermutlich sogar denken, packt der seine Frau nicht, oder so ähnlich.

Aber wie ist es im umgekehrten Fall? Der Mann würde mit Sicherheit sofort der Wohnung verwiesen und zwar unabhängig ob sie ihm gehört oder nicht. Eine Frau muss für eine einstweilige Verfügung zu erwirken auch keine Beweise oder Attest vorlegen, es kommt alleine auf ihre Aussage an. In der Praxis hat ein Mann dann nach frühestens einem halben Jahr erstmal die Chance dazu überhaupt angehört zu werden.

Die Meisten stellen sich beim Thema Gewaltschutzgestz bildlich vor, dass Frauen vor asozialen gewalttätigen Männern geschützt werden sollen, die ihre Frauen im betrunkenen Zustand grün und blau schlagen. Nein, die meisten Urteile zum Gewaltschutzgesetz sind ganz anderer Natur. Oftmal auch nach Scheidungen wenn es um die Kinder geht. Vielleicht sollten Sie sich mal im Internet informieren, es gint viele Foren dazu.

Auch gesellschaftlich wird Gewalt gegen Männer total verharmlost, wie die bereits erwähnte berühmte Szene in Filmen zeigt. Nach allgemeiner Meinug hat der Mann die körperliche Gewalt dann ja auch "verdient", wenn er fremdgegangen war. Nur umgekehrt ist es nicht so, oder sahen Sie im Fernsehen schon mal das ein Mann seine Frau aus solchem Anlass geschlagen hat. Wenn doch wird der Mann auch als brutaler gewalttätiger Typ dargestellt.

Natürlich ist mir bewusst das ich jetzt mit Unterstellungen zu rechnen habe. Es ist so ähnlich wie wenn im Moment jemand die Kath. Kirche verteidigt, ihm würde auch sofort unterstellt ein Pädophiler zu sein.


Popobawa (05.04.2010, 16:45 Uhr)
@Swissmiss
Wobei wenn ich über ihre Aussagen zweimal nachdenke versteh ich das Problem. Akademikermänner haben einfach keine Lust auf emanzipierte Weiber die Denken nur weil sie eine Frau sind hatten sie es schwerer im Studium und bräuchten mehr Anerkennung. Mir ist das schon aufgefallen das viele Männer kein Problem haben mit einer Frau unter ihren sozialen Status. Seien das die Professoren, Dozenten oder meine ehemaligen Kommilitonen. Wie es aussieht bevorzugen immer noch mehr Männer das traditionelle Frauenbild (ich auch hab echt Glück das meine Frau trotz Studium das Wohl der Kinder über ihre Karriere stellt und 3 Jahre Auszeit nimmt) für die Familiengründung.
Popobawa (05.04.2010, 16:29 Uhr)
@Swissmiss
Dann sollten wir mal die Bekanntenkreise wechseln ;)
gruß aus den Osten
elknipso (05.04.2010, 15:47 Uhr)
@Swissmiss Absolut korrekt!
Absolut richtig die Einstellung, sehe ich auch so.
Dass immer weniger heiraten, hat absolut nichts damit zu tun, dass die Menschen keine Familie haben wollen.
Ich werde es mir auch dreimal überlegen bevor ich jemanden heirate, denn für den Fall, dass etwas schief geht, was ja gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, hat man gerade als Mann bei einer Entscheidung extrem die schlechteren Karten.

Daher kann ich das voll und ganz verstehen.
Swissmiss (05.04.2010, 15:46 Uhr)
@ Popobawa: Noch so ein Mythos
Ich bin selbst sog. Akedamikerin und fast alle meine Akadamikerkolleginnen möchten selbst einmal Kinder. Allerdings ist dies gar nicht so einfach zu verwirklichen, da die viele Akademikermänner nämlich die sind, die keine Kinder bekommen möchten. Es sind also gar nicht die gut ausgebildeten Frauen, die verhindern, dass weniger Kinder geboren werden, sondern nicht selten die gut ausgebildeten Männer oder dann die Gesellschaft (man hält es ja immer noch nicht für nötig, genügend Kinderhorte zur Verfügung zu stellen).
Swissmiss (05.04.2010, 15:42 Uhr)
@ silberwolf1: Komisches Menschenbild
Sie bekommen also nur Kinder, weil sie mal Ihre Rente sichern wollen. Wenn das Ihre Einstellung ist, dann möchte ich bei Ihnen lieber kein Kind sein.

Unsere Gesellschaft wird auch nicht egoistischer. Nur weil die Menschen nicht mehr gleich heiraten, heisst das doch nicht, dass sie keine Familien mehr haben oder ihre Familie nicht mehr lieben. Reden Sie mal z. B. mit heutigen Jugendlichen und fragen die, was ihnen am wichtigsten sind. Als Antwort werden Sie immer Freunde und Familie erhalten.
Swissmiss (05.04.2010, 15:37 Uhr)
@ SpringbokCT: Ich hoffe auf Ironie
Ich hoffe doch sehr, dass Ihr Artikel ironisch gemeint ist, da man sonst den Eindruck hat, Sie könnten ein Frauenhasser sein.

Väter haben einen sehr starken Einfluss darauf, ob sie ihre Kinder sehen dürfen. Falls eine Frau im Falle einer Scheidung den weiteren Umgang des Vaters mit den Kindern nicht mehr wünscht, hat das sehr oft handfeste Gründe, z.B. weil der Vater während der Ehe den Kindern völliges Desinteresses entgegengebracht hat (es gibt leider viele Väter, die haben ihre Kinder noch nie im Leben gewickelt, wollen dann aber plötzlich das Sorgerecht), in manchen Fällen gab es gar Missbrauchs der Kinder durch den Vater. Es ist auch nicht so, dass die Frau sehr gut dastehen würde, wenn sie das Sorgerecht der Kinder hat. Im Gegenteil: Sie riskiert mit Scheidung und Sorgerecht den Abrutsch in die Armut. Damit Frauen so etwas auf sich nehmen, muss vorher in der Ehe sehr viel schiefgelaufen sein. Man kann den meisten Frauen also sicher keine Habgier oder Rache vorwerfen, wenn sie bei einer Scheidung das Sorgerecht für die Kinder beantragen.

Dass endlich Massnahmen gegen Stalking ergriffen werden, ist mehr als überfällig. Stalkingopfer sind nämlich in ihrer persönlichen Bewergungsfreiheit nicht nur extrem eingeschränkt, sondern einem regelrechten Psychoterror ausgesetzt, der in manchen Fällen sogar mit der Verletztung oder gar dem Tod des Opfers durch den Stalker endet, erfährt der Stalker keine Grenzen. Es ist sicher nicht auszuschliessen, dass es in seltenen Fällen zu einem Missbrauchs des Gesetztes kommt, doch bin ich überzeugt, dass diese Fälle wie bei allen andern Gesetzten, die man ja auch missbrauchen kann, höchst selten sind. Im Übrigen schützt das Gesetzt auch die Männer selbst, die ja auch (durch Frauen) Stalkingopfer werden können. Lehnt man ein Gesetz ab mit der Begründung, dass es ja missbraucht werden könne, dann darf man gar keine Gesetzte mehr erlassen, da alle Gesetzte missbraucht werden können durch Personen, die einem verhassten Menschen eins auswischen wollen.

Im Übrigen jammern Sie für die Männer auf sehr hohem Niveau. Ihnen ist glaube ich gar nicht bewusst, dass den Männern alles offen steht - im Gegensatz zu den Frauen. So etwa werde ich mein Leben lang immer weniger verdienen, einfach weil die Chefs (in grossen Unternehmen praktisch nur Männer) heimlich immer noch denken, dass eine Frau einfach etwas dümmer ist als Männer, weniger Ehrgeizig, zu fest abgelenkt durch Kinder oder Kinderwünsche... Also, hören Sie bitte auch zu Jammern, wo es gar nichts zu jammern gibt, und hören mit diesen Mythen auf, die beispielsweise Frauenhasser gerne pflegen.
silberwolf1 (05.04.2010, 15:16 Uhr)
Immer öfter "Nein"
Das zeigt, dass die Menschen immer egoistischer werden. Der Staat sollte die Ledigen noch mehr besteuern, oder die Eltern bei den Renten doppelt bevorzugen. Ein Leben ohne Kinder mag bequem sein, aber wer arbeitet dann für die Renten?
SpringbokCT (05.04.2010, 12:49 Uhr)
> mooncrater
Leben Sie auf dem Mond? Mit einem Ehevertrag läßt sich nur beschränkt was verhindern, so lange nicht die Interessen des dt. Staates tangiert werden.

Spätestens wenn es um Kinder geht sind Väter von dem reinen Wohlwollen der Mütter abhängig, ob sie die Kinder für die sie bezahlen auch mal sehen dürfen.

Seit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes (Stalkergesetz) vor paar Jahren sind übrigens auch unverheiratete Männer betroffen, wenn sie die Freundin bei sich im eigenen Haus wohnen lassen. Die Frau muss nur behaupten, der Mann hätte eine Tasse Kaffe nach ihr geschüttet, dann wird der Mann aus einem eigenen Haus geworfen und die Frau bleibt drin wohnen, ohne Gerichtsverhandlung wohlgemerkt. In der Praxis hat der Mann daraufhin frühestens nach einem halben Jahr die Chance zu einer mündlichen Gerichtsverhandlung zu kommen. Der Slogan heißt, der Täter zieht aus, nicht das Opfer. Auch wenn es das Eigentum des Mannes ist.

Die einzige gesellschaftliche Schicht, wo die Männer nicht geschröpft werden sind Hartz-IV-Empfänger, die bekommen ihre Frauen und Kinder vom Staat bezahlt. Was in der Geburtenstatistik auch deutlich zu sehen ist.

Natürlich ist nicht allen Frauen zu unterstellen das sie diese Gesetze auch ausschöpfen, nur die Möglichkeit dazu haben sie.
 
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