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27. Juli 2006, 16:29 Uhr

Baby aus Gluthitze befreit

Der Vater musste dringend einkaufen, also hielt er an einem Supermarkt. Mehr als dreißig Minuten ließ er seinen Sohn im Auto allein. Was derweil mit dem acht Monate alten Jungen auf dem Rücksitz passierte, bekamen nur Passanten mit.

Babys und kleine Kinder sollten bei den momentanen Temperaturen auf keinen Fall im Auto gelassen werden© Corbis

In der prallen Sonne und bei sengender Hitze hat ein Vater sein acht Monate altes Baby am Mittwoch in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Supermarkt im Auto zurückgelassen. Die Körpertemperatur des Jungen stieg lebensbedrohlich an, wie der alarmierte Notarzt festgestellte. Das Baby lag bei nur leicht geöffneter Scheibe fast eine halbe Stunde im Wagen. Passanten informierten schließlich die Polizei.

Der 36 Jahre alte Vater war am Nachmittag mit seinem Wagen auf einen Parkplatz vor einen Einkaufsmarkt in Ribnitz-Damgarten gefahren und hatte seinen Sohn im Wagen liegen lassen. Trotz mehrerer Lautsprecherdurchsagen im Markt begab sich der Vater nicht zu seinem Auto zurück. Erst ein Zeuge nahm dem Mann die Wagenschlüssel ab und schloss das Auto auf. "Die Passanten hätten gleich die Scheibe einschlagen sollen", sagte ein Polizeisprecher.

Mutter verweigert Behandlung

Eine weitere Behandlung des Kindes in einem Krankenhaus lehnte die später eintreffende Mutter ab. Sie könne dazu nicht gezwungen werden, da die Körpertemperatur des Babys nach kurzer Zeit wieder gefallen sei, sagte der Polizeisprecher. Danach habe keine Lebensgefahr mehr bestanden, wie auch der Arzt feststellte.

Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen eingeleitet.

DPA
 
 
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