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Kohlebaron Nathan Tinkler: Vom Selfmade-Milliardär in die Pleite in nur fünf Jahren

Einst war Nathan Tinkler der jüngste Milliardär Australiens. Der Kohlebaron kaufte sich ein Rugby-Team, eine Fußballmannschaft und einen Pferde-Rennstall. Dann verließ ihn das Glück. Nun fragen sich seine Gläubiger: Ist wirklich alles weg?

Nathan Tinkler

Von Null auf eine Milliarde und zurück: Kohlebaron Nathan Tinkler

Er kam aus dem Nichts, wurde mit 35 Jahren der jüngste Milliardär Australiens und ist nun, mit 40 Jahren, schon wieder pleite. Der Aufstieg und Fall des Kohlebarons Nathan Tinkler ist ein Stoff, wie er sich für einen Kino-Film eignet. "Ich möchte mich bei den Gläubigern und meiner Familie entschuldigen", sagte Tinkler dem "Sydney Morning Herald", nachdem ein Gericht ihn diese Woche offiziell für bankrott erklärt hatte. Am meisten aber ärgert ihn, dass seine Feinde nun die "Champagnerkorken ploppen" ließen, sagte der gefallene Selfmade-Milliardär.

Der kometenhafte Aufstieg Tinklers begann vor zehn Jahren, als der damals 30-jährige Elektriker das Geschäft seines Lebens machte. Er verkaufte und verpfändete nahezu all seinen Besitz, um eine Million Australische Dollar in ein unerschlossenes Kohlevorkommen in Queensland zu stecken. Das Kohlefeld erwies sich als außerordentlicher Glücksfall: Anderthalb Jahre später verkaufte er seine Anteile für 440 Millionen Dollar an den Stahlgiganten Arcelor Mittal.

Rugby, Fußball, Pferde - und dann der Absturz

Noch einmal dreieinhalb Jahre und eine Reihe geschickter Deals später hatte er die Milliarde zusammen. Mit einem Vermögen von 1,13 Milliarden Dollar (rund 750 Millionen Euro) stand er 2011, im Alter von 35 Jahren, auf der Liste der jungen Reichen Australiens ganz oben. Auf dem Höhepunkt seiner finanziellen Macht kaufte der sportverrückte Tinkler den Rugby-Club Newcastle Knights, den Fußballverein Newcastle Jets sowie einen Pferderennstall.

Doch schon kurz darauf begann mit dem Verfall des Kohlepreises der rapide Abstieg Tinklers. Dass er bei Pferdewetten hohe Summen setzte und verlor, beschleunigte den Absturz. Bereits 2012 hatte der Kohlebaron die Hälfte seines Vermögens verloren, seine Sportclubs musste er ebenso wie seine Rennpferde wieder abgeben. Tinkler siedelte nach Singapur über, doch sein Reichtum bröckelte immer weiter. Schließlich zerrte ihn ein Gläubiger vor Gericht, weil er die 2,25 Millionen Dollar für den georderten Privatjet nicht zahlen konnte. Der Richter ordnete im Februar die Zwangsvollstreckung an.

Ist wirklich nichts geblieben?

Die Frage, die sich Tinklers Gläubiger nun stellen: Was ist bei dem Mann, der mit Hunderten Millionen in der Kreide steht, noch zu holen? Tinkler selbst gibt an, seine einzigen verbliebenen Besitztümer seien eine Immobilie, die er einst für 665.000 australische Dollar (rund 450.000 Euro) kaufte sowie 2000 Dollar Cash.

Ob das wirklich alles ist, darf allerdings bezweifelt werden. Der Sydney Morning Herald berichtet über eine Familienstiftung, die ein 15-Millionen-US-Dollar-Anwesen auf Hawaii besitzt - sowie möglicherweise weitere unbekannte Reichtümer. Der Tinkler Group Family Trust wird von der Ex-Frau Rebecca geleitet. Auf die Frage, ob er ab und zu Geld von seiner Ex bekomme, sagte Nathan Tinkler: "I'm very lucky, yes."

mit AFP

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