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15. August 2009, 09:26 Uhr

Schließung aller eigenen Filialen

Die Deutsche Post will bis Ende 2011 bundesweit alle eigenen 475 Filialen aufgeben. Die Dienste sollen künftig von Partnern und Einzelhändlern übernommen werden, Arbeitsplätze seien aber nicht gefährdet. Gewerkschaften befürchten Nachteile für die Beschäftigten.

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Filialen der Deutschen Post gehören bald der Vergangenheit an© Henning Kaiser/DDP

Die Deutsche Post setzt ihren massiven Sparkurs offenbar fort. Der Konzern will bis Ende 2011 bundesweit alle noch selbst betriebenen 475 Filialen aufgeben. Die Dienste sollen in Zukunft von Partnern wie Einzelhändlern übernommen werden, wie ein Post-Sprecher laut "Hamburger Abendblatt" sagte.

Postsprecher Gerold Beck wies darauf hin, dass die Post die Pläne zur Aufgabe ihrer verbliebenen eigenen Filialen bereits seit vergangenem Jahr verfolge und bei der Umsetzung "gut im Zeitplan" liege. An der Zahl der Standorte ändere sich nichts, keine Filiale werde geschlossen, solange es dafür nicht Ersatz gebe. Der Service für die Kunden bleibe mindestens genauso gut, wenn er sich nicht sogar verbessere, etwa weil sie von längeren Öffnungszeiten profitierten. Auch die Beschäftigten müssten sich nicht um ihre Jobs sorgen. Die Post habe mit den Gewerkschaften vereinbart, dass bis 2011 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen seien.

Die Umwandlung stößt bei der Gewerkschaft Verdi auf heftige Kritik. "Die Post verabschiedet sich damit komplett aus der stationären Filialversorgung", kritisiert der Landesfachbereichsleiter für Postdienste, Wolfgang Abel. Mit dem Schritt gebe der Konzern praktisch sein eigenes Vertriebsnetz auf.

Leidtragende seien nicht nur die Beschäftigten, sondern vor allem die Kunden, die immer weniger fachgerechte Beratung erhielten. Abel bezeichnet das Vorgehen des Konzerns als "Crashkurs". Obwohl die Post auch in der Krise noch 557 Millionen Euro Gewinn eingefahren habe, "stellt Vorstandschef Appel den Konzern öffentlich so dar, als wäre die Briefpost ein Sanierungsfall. Doch das stimmt nicht", hebt Abel hervor. Ziel sei es offenbar, mit Blick auf auslaufende Tarifverträge eine Arbeitszeitverlängerung auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich durchzusetzen sowie Besitzstandsregelungen und die zum Dezember vereinbarte Lohnerhöhung um drei Prozent zu streichen.

"Die Post spart dadurch hohe Miet- und Personalkosten", nennt ein Postsprecher die Vorteile der Auslagerung. Die Partner profitierten ebenfalls. Sie würden für die geleisteten Postdienste vergütet. Zudem erhielten sie durch dieses Zusatzangebot neue Kunden für ihre eigenen Geschäfte.

Bundesweit gibt es dem Bericht zufolge derzeit 14.000 Standorte, an denen Postdienste verkauft werden. 850 Filialen davon sind Postbank-Finanzcenter, die sowohl Finanzprodukte als auch Brief- und Paketdienste anbieten. Allerdings werden diese Filialen von der Deutschen Postbank betrieben. Die Deutsche Postbank wurde in diesem Jahr inklusive Filialnetz zum Teil an die Deutsche Bank verkauft und befindet sich damit künftig nicht mehr in der Hand der Deutschen Post. Die übrigen mehr als 12.000 Standorte werden bereits von "fremden" Partnern geführt.

DPA/AP
 
 
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