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9. Februar 2009, 12:36 Uhr

Spitzelskandal ramponiert Lidl-Image

Wie oft geht ein Mitarbeiter zur Toilette, wer ist wo tätowiert, welche Angestellte haben ein Verhältnis miteinander? Die von stern und stern.de enthüllte Bespitzelungsaffäre bei Lidl sorgte im Frühjahr 2008 für Empörung und wochenlange Diskussionen - und hat einer Studie zufolge auch das Käuferverhalten verändert.

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Image-Schaden: Der Lidl-Skandal sorgte für wochenlange Diskussionen über Datenschutz, die Rechte von Mitarbeitern und die Arbeitsbedingungen im Handel© Ferdinand Ostrop/AP

Der Ruf der Billig-Supermarktkette Lidl hat einer Studie zufolge massiv unter dem Skandal um Mitarbeiterüberwachung gelitten, den der stern und stern.de Anfang vergangenen Jahres aufgedeckt haben. Vier von zehn Befragten hätten wegen der Meldungen über die dortigen Arbeitsbedingungen schon einmal bewusst von einem Einkauf bei dem Discounter abgesehen, teilte das Marktforschungsinstitut Grass Roots am Montag in Köln mit.

Beim Konkurrenten Norma seien nur rund 12 Prozent der Verbraucher aufgrund negativer Medienberichte schon einmal bewusst nicht in eine der Filialen gegangen, hieß es weiter, bei Marktführer Aldi seien es neun Prozent. Für die Studie wurden rund 2400 Verbraucher befragt.

Auch als Arbeitgeber bekommt Lidl schlechte Noten: Rund 57 Prozent der Befragten gaben dem Discounter laut der Studie die Noten "schlecht" bis "inakzeptabel". Konkurrent Norma dagegen habe nur bei rund einem Drittel der Verbraucher schlecht abgeschnitten, dicht gefolgt von Penny.

Trotz des schlechten Rufs als Arbeitgeber braucht sich Lidl den Marktforschern zufolge keine Sorgen um das Ausbleiben der Kunden zu machen. Fast die Hälfte der Befragten habe angegeben, zwei Mal pro Monat bei dem Discounter einkaufen zu gehen. Nur bei Marktführer Aldi kaufen Verbraucher demnach häufiger. Rund 60 Prozent der Befragten würden mindestens zwei Mal im Monat zu Aldi zu gehen.

Anfang vergangenen Jahres hatten der stern und stern.de aufgedeckt, dass Lidl in vielen seiner Filialen Mitarbeiter durch Detektive systematisch überwachen ließ. Dabei wurde unter anderem protokolliert, welcher Mitarbeiter wie oft zur Toilette ging oder wer mit wem womöglich ein Liebesverhältnis hatte.

Im Januar enthüllten der stern und stern.de, dass auch die Deutsche Bahn ihre Mitarbeiter ausgespäht hat. Bei mehreren Datenabgleichen wurde die komplette Belegschaft der Bahn ohne ihr Wissen überprüft. Welche Auswirkungen die Spitzel-Affäre auf das Image des Unternehmens und das Verhalten der Bahn-Kunden hat, ist noch unklar.

mad/AFP
 
 
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