Discounter Darum schafft Lidl den Mengenrabatt in den Niederlanden ab

Der deutsche Discounter Lidl will Massenangebote in den Niederlanden in Zukunft einstellen (Symbolbild)
Der deutsche Discounter Lidl will Massenangebote in den Niederlanden in Zukunft einstellen (Symbolbild)
© Marijan Murat / DPA
Mengenrabatte im "Kaufe drei, bezahle zwei"-Stil sollen bei Lidl in den Niederlanden bald der Vergangenheit angehören – als Reaktion auf Kritik von Verbraucherschützern.

"Kaufe eins, bekomme eins gratis": Der niederländische Lebensmittelhandel ist von Sonderaktionen und Mengenrabatten geprägt. Laut Kritikern schaden solche Aktionen den Kunden allerdings mehr, als dass sie ihnen helfen. Deswegen soll in unserem Nachbarland demnächst Schluss sein mit den Mengenrabatten, zumindest in den 440 Filialen des deutschen Discounters Lidl

"Gratis ist nicht gleich gratis"

Verbraucherschützer kritisieren die niederländische Angebotskultur schon seit Jahren. Der Vorwurf: Mengenrabattaktionen sollen die ohnehin schon teuren Preise weiter in die Höhe treiben. Das nachgelassene Geld müsse schließlich an anderer Stelle wieder reingeholt werden. Die Aktionen vermitteln zwar das Gefühl, günstig einzukaufen, verschleiern aber den eigentlichen Preis der Produkte, so die Kritik. Zudem würden die Massenangebote Kunden dazu verleiten, mehr zu kaufen, als sie tatsächlich benötigen. Laut Verbraucherschützern des "Consumentenbond" würden rund ein Viertel der über die Aktionen gekauften Produkte ohne den Rabatt nicht in den Einkaufswagen wandern, auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt. 

Als Antwort auf die Kritik stellt Lidl die sogenannten "stapelkortingen" (dt. Stapelrabatte) jetzt ein. "Gratis ist nicht gleich gratis. Die Niederlande haben es mit Angeboten übertrieben", erklärt Peter de Roos, CEO von Lidl Niederlande, in einer Pressemitteilung. "Die Mengenrabatte vermitteln den Eindruck eines Vorteils, doch in der Praxis sind die Kunden oft enttäuscht".

Lidl will mit gutem Beispiel vorangehen

Das erklärte Ziel des Discounters sei nun, die wirklichen Kosten wieder transparent zu machen. "Der tatsächliche Preis eines Produkts muss im Mittelpunkt stehen, damit die Kunden genau wissen, woran sie sind", führt Roos in dem Statement aus.

Mit der Entscheidung kommt Lidl als erste Supermarktkette den Forderungen der Verbraucherschützer nach. Zuletzt hatten diese die niederländische Regierung in einem Aufruf dazu angehalten, gegen die Mengenrabatte vorzugehen, da diese den Verbrauchern mehr schaden als nützen würden. Statt Ärger über die gestrichenen Sonderangebote dürfte die Freude über günstigere Wochenendkäufe überwiegen, gerade bei unseren Nachbarn. Die Niederländer sind nämlich bekannt dafür besonders "zuinig", also sparsam, zu sein.

hku

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos