"Ältern werden ist nicht schwer, Ältern sein dagegen sehr": Das wäre wohl der richtige Spruch zu dieser Geschichte aus der Feder von Jan Weiler, der bekannt ist für eigenwillige Wortschöpfungen, vor allem aber auch für sehr erfolgreiche literarische Unterhaltung. 2020 veröffentlichte der Bestseller-Autor seinen Roman "Die Ältern", der tragikomisch von einer Familie in sehr turbulenten Zeiten erzählt. Jetzt folgt eine Kino-Verfilmung mit einigem Promi-Personal vor und hinter der Kamera.
Außerdem neu in dieser Woche: Die Romanverfilmung "Wuthering Heights" erzählt mit Jacob Elordi und Margot Robbie in den Hauptrollen von einer wilden Romanze, und in "Crime 101" plant Chris Hemsworth als smarter Ganove einen letzten großen Coup.
Die Ältern
Mit seinem feinen Blick für die großen und kleinen Dramen des täglichen Familien-Wahnsinns feierte Jan Weiler schon einige Erfolge. Besonders bekannt sind etwa sein Debütroman "Maria, ihm schmeckt's nicht" (2003) sowie "Das Pubertier" (2014), auch deshalb, weil beide Stoffe schon großformatig verfilmt wurden. Bei der Kino-Adaption von "Die Ältern" (vierter Band der "Pubertier"-Reihe) saß nun kein Geringerer als Sönke Wortmann ("Der bewegte Mann", "Das Wunder von Bern") auf dem Regiestuhl; das Drehbuch erarbeitete Jan Weiler (gemeinsam mit Robert Gold) gleich selbst. Der Hauptcast wird angeführt von Sebastian Bezzel, dem Star der "Eberhofer"-Krimis.
Dass die "Ältern" es hier so schwer haben, daran sind sie im Film – wie so oft auch im wahren Leben – ein bisschen selbst schuld. Hannes (Bezzel) ist eigentlich Romanautor, hat die größten Erfolge seiner Karriere aber eher schon hinter sich und konzentriert sich inzwischen darauf, seine Liebsten zu umsorgen. Die würden aber eher sagen: sie zu nerven.
Tochter Carla (Kya-Celina Barucki) etwa, 20 Jahre alt, hat genug vom ständigen "Herumschnüffeln" und "Lüften" in ihrem Zimmer. Die junge Frau will endlich weg. Und Mama Sara (Anna Schudt), zuletzt auch ziemlich gelangweilt und abgetörnt vom Papa, kommt gleich mit, um mit Carla eine WG zu gründen. Hannes' vormals so erfolgreiche Romanreihe wird dann auch noch eingestellt. Dass Sohn Nick (Philip Müller) lieber kifft und sich von der Polizei nach Hause bringen lässt, statt fürs Abi zu lernen – passt ins Bild. Für Hannes jedenfalls ist klar: So geht das alles hier nicht weiter!
Wuthering Heights – Sturmhöhe
Sie sind für viele das "heißeste" Leinwand-Paar, das Hollywood momentan zu bieten hat – und das in einer Geschichte, die im Original bereits 179 Jahre alt ist: Margot Robbie und Jacob Elordi. Kaum eine Kritik, die nicht auf das besondere Knistern zwischen den beiden Stars in "Wuthering Heights – Sturmhöhe" hinweist. Wobei da, dass wissen Kenner der literarischen Vorlage, natürlich noch viel mehr ist. Liebe, Obsession, Wut, Rache, Versöhnung – mehr Drama geht kaum.
Die britische Schriftstellerin Emily Brontë (1818 bis 1848) veröffentlichte im Lauf ihres recht kurzen Lebens nur diesen einen Roman (und das unter dem Pseudonym Ellis Bell): Die Larger-than-Life-Tragödie "Wuthering Heights" (1847) fand seinerzeit wenig Anklang im viktorianischen England, gilt heute aber als "Klassiker" der britischen Literatur. Zwischen dem Stroh einfacher Gutshöfe und hochherrschaftlichen Anwesen irgendwo in Yorkshire arbeitet der Roman sich durch drei Generationen und deren komplizierte Beziehungen. Im Fokus steht vor allem die Amour fou zwischen Catherine (Margot Robbie) und ihrem Adoptivbruder Heathcliff (Jacob Elordi), der einst als Waisenjunge von der Familie Earnshaw aufgenommen wurde.
Margot Robbie ("Barbie") gehört schon seit Jahren zur A-Prominenz im internationalen Filmgeschäft, und nach Einschätzung vieler Expertinnen und Experten dürfte auch Jacob Elordi mit "Wuthering Heights" endgültig zum Superstar aufsteigen, nachdem er sich zuletzt bereits über seine erste Oscarnominierung ("Frankenstein", bester Nebendarsteller) freuen konnte. Zum besonderen Qualitätsanspruch des opulent ausgestatteten neuen Dramas trägt auch Regisseurin und Drehbuchautoriun Emerald Fennell bei, die bereits mit "Promising Young Woman" (2020, Oscar für das beste Originaldrehbuch) ihr Talent unter Beweis stellte. Nach Adaptionen von 1939, 1970, 1992 und 2011 präsentiert sie mit "Wuthering Heights – Sturmhöhe" bereits die fünfte Verfilmung von Emily Brontës Roman.
Crime 101
Mit Räubern und Dieben will im echten Leben kaum jemand etwas zu tun haben. Aber im Film, wenn sie ausreichend charismatisch und obendrein attraktiv sind: an Beliebtheit kaum zu überbieten! Insofern hat Amazon für die Kino-Produktion "Crime 101" durchaus ein sehr vielversprechendes Genre aufgegriffen. Chris Hemsworth spielt in dem Actionthriller einen überaus smarten und gewitzten Ganoven, der für einen letzten großen Coup noch einmal alles riskiert.
Mike Davis (Hemsworth) hat schon viele Raubüberfälle erfolgreich durchgezogen, immer irgendwo entlang der Route 101. Nie wurde er erwischt. Er könnte sich mit dem, was er bislang zur Seite geschafft hat, sofort zur Ruhe setzen. Aber lieber erst noch eine letzte ganz große Nummer, die alle bisherigen in den Schatten stellt. Ein Gangster mit viel Charme ist er, aber auch einer, der nur schwerlich genug kriegt. Ob ihm das zum Verhängnis wird? Für seinen vermeintlich letzten Raub tut er sich mit einer Versicherungsmanagerin (Halle Berry) zusammen, das schafft ganz neue Möglichkeiten. Aber es gibt Konkurrenz, und auch die Polizei (verkörpert durch Mark Ruffalo) schläft nicht.
Die Figur Mike Davis basiert ursprünglich auf einer Novelle des US-Autoren Don Winslow. Hauptverantwortlich für die Verfilmung ist der britische Regisseur und Autor Bart Layton, der "Crime 101" als Hochglanz-Heist-Movie mit allem Drum und Dran inszenieren durfte: coole Sprüche, Verfolgungsjagden in teuren Autos, viel Bling-Bling und zahlreiche zwielichtige Figuren, die sich nicht so einfach in die Karten schauen lassen. Neben den Superstars Chris Hemsworth, Halle Berry und Mark Ruffalo stehen auch Barry Keoghan und Hollywood-Haudegen Nick Nolte auf der Besetzungsliste.