HOME

Editor: Der Kosmos im Kopf

Liebe stern-Leser! Die Geheimnisse des Gehirns blieben den Menschen lange verschlossen.

Liebe stern-Leser! Die Geheimnisse des Gehirns blieben den Menschen lange verschlossen. Sie maßen früher dem beige-grauen Pudding im Kopf meist keine besondere Bedeutung zu. Zwar sagte Hippokrates schon im fünften Jahrhundert vor Christus: "Nicht mit dem Herzen, sondern mit dem Gehirn denken wir." Doch über Jahrhunderte folgten die meisten Wissenschaftler eher Aristoteles. Der meinte, das Herz fühle und denke, das Gehirn diene lediglich dessen Kühlung. Heute ist die Erforschung unseres Gehirns das zweite große biologische Projekt neben der Genforschung. Und die Ergebnisse sind mindestens so bedeutend wie die Entschlüsselung unseres Erbguts: Denn jetzt lernen wir, wie uns das etwa dreipfündige Nervennetzwerk im Kopf durchs Leben steuert, wie Körper und Kopf, Gefühle und Gedanken, Vererbung und Erziehung, Biologie und Psychologie zu unserem Ich verschmelzen. Wir finden das Thema so spannend, dass wir ihm eine dreiteilige Serie widmen. Die stern-Reporter Frank Ochmann und Christoph Koch haben bei ihren Recherchen die wichtigsten Hirnforschungslabors in Deutschland und den USA besucht. Besondere Unterstützung fanden sie bei Professor Christian Elger an der Universität Bonn. Er und sein Team machten mit einem Kernspintomografen eigens für den stern Hirnaufnahmen, die zeigen, wo es beim Denken, Fühlen und Handeln jeweils funkt. Die Fotos der Probanden stammen von Walter Schels, einem der großen alten Porträtfotografen Deutschlands. In seinem Archiv stecken Hunderte Fotos von Prominenten: von Schauspielern wie Heinz Rühmann, Schriftstellern wie Friedrich Dürrenmatt, Musikern wie Luciano Pavarotti, Politikern wie Richard von Weizsäcker und Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Joschka Fischer. Von allen sammelt Walter Schels nicht nur Porträts, sondern auch Bilder ihrer Hände, Tierkreiszeichen und minutengenaue Geburtsdaten. Zu Hause erstellt er dann ausführliche Horoskope. Moderne Wissenschaft und Astrologie sind keine Gegensätze, meint der Fotograf, sie ergänzen sich. Da freilich sind die beiden Autoren der Serie anderer Meinung.

Herzlichst Ihr Thomas Osterkorn

Themen in diesem Artikel