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Editorial: Gewinner und Verlierer

Liebe stern-Leser! Wir können nicht klagen. Bisher gehören wir eindeutig zu den Gewinnern

Liebe stern-Leser! Wir können nicht klagen. Bisher gehören wir eindeutig zu den Gewinnern der Globalisierung: Deutsche Firmen exportieren in die ganze Welt, haben in allen Kontinenten eigene Fabriken oder Niederlassungen gegründet, und die Menschen hierzulande profitieren von günstigen Reisen, günstigen Fernsehern, günstigen Klamotten. Globalisierung – ja bitte! Schattenseiten wie Ausbeutung, Kinderarbeit oder Umweltzerstörung wurden gern verdrängt. Mittlerweile aber müssen auch die Deutschen lernen, dass Globalisierung für sie persönlich eine Bedrohung sein kann: Sogar Facharbeiter werden arbeitslos, weil ganze Betriebe nach Osteuropa oder Asien verlegt werden. Unser Sozial- und Gesundheitssystem kommt unter Druck, weil es angeblich nicht wettbewerbsfähig und unbezahlbar ist. Bund, Länder und Gemeinden steuern in die Pleite, während viele Konzerne auf der Steuerflucht ins Ausland sind. Globalisierung – nein danke? Dafür ist es längst zu spät. Wir können nur versuchen, die Entwicklung menschlicher und gerechter zu gestalten. Davon träumt auch Joseph Stiglitz, ehemaliger Clinton-Berater und Ex-Chefökonom der Weltbank. Er hat über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben, „Die Schatten der Globalisierung“. Der stern druckt die brisantesten Teile in diesem Heft exklusiv vorab. Es ist eine Anklage gegen die Finanzbosse in Washington, die immer wieder gnadenlose Entscheidungen über Entwicklungsländer fällten, als wären sie deren Kolonialherren. Stiglitz, der vergangenes Jahr den Nobelpreis für Ökonomie erhielt, empfing in seinem New Yorker Apartment unseren USA-Korrespondenten Michael Streck und stern-Reporter Wolfgang Metzner aus Hamburg. Die beiden begleiteten den Professor auch in die Columbia University, wo er vor jungen Studenten aus Argentinien die schweren Fehler des Internationalen Währungsfonds (IWF) anprangerte. Anfang April kommt Stiglitz nach Deutschland.

„Sex and the city“ hatte bei vielen Fernsehzuschauern Kultstatus. Unsere Reporterin Ildikó von Kürthy, nebenbei auch Bestseller-Autorin („Mondscheintarif“, „Herzsprung“), lud vier Frauen zwischen 22 und 78 Jahren zu sich ein. Am langen Küchentisch hörte sie zu, wie das Quartett bei Schampus und Wein fünf Stunden über guten und schlechten Sex sprach. Das ebenso vergnügliche wie aufschlussreiche Gespräch lesen Sie auf Seite 46 (in der Printausgabe).

Herzlichst Ihr

Thomas Osterkorn Chefredakteur

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