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Thomas Piketty: Der neue Stern am Ökonomenhimmel

Warum gibt es arm und reich? Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty hat eine Formel für die wachsende Ungleichheit auf der Welt entdeckt. Und seine Kollegen jubeln ihm zu.

Von Norbert Höfler, New York

Thomas Piketty erklärt die Thesen seines Buches "Capital in the Twenty-First-Century" am Economic Police Institute in Washington

Thomas Piketty erklärt die Thesen seines Buches "Capital in the Twenty-First-Century" am Economic Police Institute in Washington

Nobelpreisträger Paul Krugman sagt: "Er hat das wichtigste Wirtschaftsbuch des Jahres geschrieben - vielleicht sogar das Wichtigste des Jahrzehnts."

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz gratuliert und wundert sich, warum seine Zunft diese Entdeckung nicht schon viel früher gemacht habe.

Branko Milanovic, früher bei der Weltbank, heute einer der führenden Köpfe der Ungleichheitsforschung, nennt das Buch gar "eines der Werke, die das ökonomische Denken verändern werden".

Alle drei Top-Ökonomen aus dem liberalen Lager feiern in diesen Tagen in New York einen neuen Star: Thomas Piketty, 42. (sprich: Piketee). Er ist Franzose, Professor an der Paris School of Economics. Sein Buch, das für so viel Jubel sorgt, trägt den Titel "Capital in the 21st Century" (erschienen bei Harvard University Press). Seit das 700-Seiten-Werk aus dem Französischen ins Englische übersetzt ist, wird Piketty in den USA als "der neue Karl Marx" bewundert und auch ein wenig gefürchtet. Denn seine Erkenntnisse bergen politischen Sprengstoff.

Eine Formel versetzt die Ökonomie in Auffruhr

Tatsächlich gelingt es Piketty mit einer einzigen Formel, die gesamte Wirtschaftswissenschaft in neugierige Aufregung zu versetzen: r > g

Die Rendite von Kapital und Vermögens ist größer als das Wirtschaftswachstum. Piketty sagt: "Dieser Satz gelte (mehr oder weniger) für die gesamte Menschheitsgeschichte."

r > g, das klingt kompliziert und abstrakt. Aber es lohnt sich, Pikettys Formel zu folgen. Sie liefert eine überzeugende Erklärung, warum es zu so großer Ungleichheit beim Einkommen und Vermögen kommt. Warum der Markt eben keine gleichen Bedingungen für alle Wirtschaftssubjekte schafft. Und noch mehr: Warum diese Ungleichheit für die Demokratie brandgefährlich ist.

Stabiles Muster

Wie kommt Piketty auf r > g?

Der Wissenschaftler sammelte und analysierte mit Hilfe von Computermodellen eine Vielzahl von Wirtschaftsdaten und Steuerlisten aus 20 Staaten. Darunter sind die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Japan, Australien. So weit die Daten in die jüngere Geschichte zurückreichen, wird ein stabiles Muster sichtbar. Die Wachstumsraten waren fast immer gering, sie lagen meist zwischen 0,5 und einem Prozent pro Jahr. Die Rendite (früher vor allem auf Grund und Boden, heute auf Maschinen, Immobilien oder Aktien) hingegen lag fast immer viel höher. Im Durchschnitt bei vier bis fünf Prozent. Also weit über dem bescheidenen Wachstum. Die Folge daraus: Wer Kapital (Grund, Boden, Maschinen, Aktien) besitzt, hält die Habenichtse, egal wie fleißig diese arbeiten, dauerhaft auf Abstand.

Daraus leitet Piketty seine Erklärung für die dauerhaft wachsende ökonomische Ungleichheit ab: Wenn zum Bespiel r = 1 und g = 5 ist, dann genügt es schon, wenn der Kapitalist nur ein Fünftel spart. Sein Vermögen wächst dennoch im Gleichschritt mit der Wirtschaft. Vier Fünftel könnte er verjubeln. Je weniger er ausgibt, desto schneller wächst sein Reichtum. Die Besitzenden werden reicher, die Habenichtse bleiben arm. Das geht so von Generation zu Generation. Piketty schreibt: "In nahezu allen Phasen der Menschheitsgeschichte waren die Gewinne aus Vermögen fast immer um das 10- bis 20-fache größer als das Wachstum der Wirtschaft und der Löhne."

Piketty ist kein Marxist. Karl Marx und Friedrich Engels glaubten nachweisen zu können, dass die Rendite des Kapitals (r) irgendwann auf null sinken werde und deshalb der Kollaps des Kapitalismus und die Revolution unausweichlich seien. Piketty nimmt an, "dass die Renditen für immer größer sein können als das Wirtschaftswachstum".

Aufstieg der Mittelschicht

Pikettys Datenreihen sind überzeugend und eindeutig. Nur eine Ausnahme gibt es: Vom Zweiten Weltkrieg bis in die 80er Jahre nimmt das Vermögen der Reichen ab. In Westeuropa und in den USA entsteht in dieser historischen Phase eine neue gesellschaftliche Gruppe: die Mittelschicht. Ein neues Phänomen. Facharbeiter und leitende Angestellte steigen mit ihren Familien langsam die Wohlstandsleiter empor. Was ist passiert? Gilt r > g nicht mehr?

Doch, aber die Wirtschaft wuchs in diesen vier Jahrzehnten nach dem Krieg ungewöhnlich rasant. Es gab viel mehr als sonst üblich zu verteilen. Alle profitierten. Piketty wählt dafür ein anschauliches Bild: "Die Flut hob alle Boote."

Und noch etwas hatte sich in diesen "guten Jahrzehnten" ereignet: Einkommen und Vermögen wurden mit hohen progressiven Steuern belegt. In den 50er und 60er Jahren lag der Spitzensteuersatz in den USA und Großbritannien bei 90 Prozent. Deutschland und Frankreich nahmen den Reichen 50 bis 70 Prozent ab. Piketty dazu: "Damals machten sich in den USA viele Menschen große Sorgen, die Ungleichheit könnte das Land zerreißen. Der ‚American Dream', der Traum vom Aufstieg für jedermann, war in Gefahr. Amerika wollte nicht zum Abbild des extrem ungleichen Alten Europas werden."

Was tun?

US-Präsident Ronald Reagan kehrte die Umverteilung von oben nach unten mit massiven Steuersenkungen für Reiche dann wieder um. Europa folgte - mit Margaret Thatcher in Großbritannien vorweg. Die Welt folgte wieder dem alten Pfad: r > g – die Reichen feierten wieder.

Dazu eine Momentaufnahme aus Pikettys Datenreihe aus den USA: Im Jahr 2012 gelang es dem oberen einen Prozent der reichen Amerikaner fast ein Viertel (22,5 Prozent) aller Gewinne, die in diesem Jahr erwirtschaftet wurden, zu kassieren. Eine solche Bereicherung war zuletzt 1928 möglich.

Was tun? Piketty spielt den Ball in die Politik. Er schlägt eine "progressive Steuer auf das Kapital und Vermögen (minus Schulden)" vor. Für Nettovermögen zwischen einer Million und fünf Millionen Euro wäre ein Prozent pro Jahr fällig. Bei Vermögen über 100 Millionen, läge die Piketty-Steuer bei fünf bis zehn Prozent.

Weil Piketty weiß, wie mobil Kapital heute ist, sagt er: "Die Steuer funktioniere nur, wenn die Nationen weltweit eng kooperieren."

Am Ende seiner Auftritte fragt Thomas Piketty oft: "Das müsste uns doch die Rettung unserer Demokratien wert sein – oder?"

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.