Handwerker, Gastronomen, Autozulieferer – sie alle vermelden immer häufiger Insolvenzen. Selbst Fabriken müssen mangels Aufträgen schließen. Betriebsangehörige, die oftmals ein Vierteljahrhundert in Diensten ihres Arbeitgebers gewesen sind, stehen plötzlich auf der Straße. Was macht das mit diesen Menschen? Aber auch: Was bedeutet das für die Region, in der sie leben? – Die ZDF-Samstagsreportage "Wenn die Fabrik schließt – Heimat ohne Jobs" von Daniel Koschera besucht Menschen, die sich in sicheren Berufen wähnten und nun von Betriebsschließungen betroffen sind.
Jobs verschwinden, Facharbeiter stehen vor einem Neuanfang. Sie müssen wegziehen, verlassen ihre Städte, ganze Regionen drohen zu veröden. Denn es trifft nicht nur die Entlassenen selbst, sondern auch viele Dienstleister, die von ihnen abhängig sind oder waren. "Es war ein Schock. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen", sagt der Automonteur Stephan Hahn, der 22 Jahre lang bei Ford in Saarlouis gearbeitet hat. "Ich bin jetzt 42 Jahre alt, ich muss einen Neuanfang machen." Hahn hofft nun, nach einer Umschulung zum Elektroniker eine neue berufliche Zukunft zu finden.
Auch Nicole Hendrikx, die in einer Serviettenfabrik in Euskirchen inder Nähe von Bonn gearbeitet hat, steht nach der Insolvenz der Firma vor dem Aus. "Wir sind eine große Familie, und das wird fehlen, so sagt sie über ihren Betrieb. "Ich glaube nicht, dass ich so was noch mal erleben werde."
Bereits drei Jahre liegt die Schließung einer Düsseldorfer Stahlfirma zurück. Adel Gracic und Kosta Ciosses besuchen in der ZDF-Reportage noch einmal die Ruinen der Fabrik. "Als ich mich damals beworben habe, hat mein Papa gesagt: Bewirb' dich, da wirst du in Rente gehen", so erzählt einer der beiden. Niemand rechnete damit, dass einmal alles anders kommen würde. Dass Fabriken schließen würden und sicher geglaubte Existenzen bedroht sein könnten.
ZDF.reportage: Wenn die Fabrik schließt – Heimat ohne Jobs – Sa. 14.02. – ZDF: 17.35 Uhr