Fahrradfahren hält fit und gesund. Viele sind zudem auf ihr Rad im Alltag angewiesen. Rund 74,1 Prozent der Deutschen besitzen ein Fahrrad. Doch laut der europaweiten Studie "State of the Nation 2025" des Fahrradteile-Herstellers Shimano verfliegt die Lust aufs Radfahren bei vielen Deutschen vor allem wegen langen Wartezeiten und Reparaturen, wie "t-online.de" berichtet. So gab fast die Hälfte der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Deutschland mit Fahrrad an, dass es bei Wartungen und Reparaturen schon einmal Probleme gab. Nicht wenige lassen deshalb ihren Drahtesel stehen und satteln um.
Für die Studie wurden im September letzten Jahres rund 25.000 Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren in 25 europäischen Ländern von Shimano befragt.
Lange Wartezeiten bei Reparaturen nimmt die Lust aufs Radfahren
Wenn das Rad streikt und eine Reparatur nötig ist, muss man hierzulande offenbar lange auf einen Termin warten. Laut der Studie sind Hindernisse beim Fahrrad-Service für viele Radfahrende hierzulande ein Grund, nicht mehr Fahrrad zu fahren. So gaben 33,1 Prozent der Radfahrenden, die von Problemen bei Reparaturen betroffen waren an, dass sie zu lange auf einen Werkstattermin warten mussten. Darum nahmen mehr als ein Viertel die Reparatur selbst in die Hand. 21,8 Prozent stiegen öfter auf andere Verkehrsmittel um. 20,7 Prozent ließen ihr Fahrrad öfter stehen und 16,4 Prozent verzichteten ganz auf das Radfahren.
Grund für die langen Wartezeiten sind laut dem Verbund Service und Fahrrad (VSF) mehrere strukturelle Ursachen, wie "t-online.de" schreibt. So würden jedes Jahr rund vier Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft, vor allem von wenigen großen Anbietern. Ihnen fehle es an Kapazitäten, um auf eine große Nachfrage nach Reparaturen begegnen zu können. Kleine Fahrradhändler könnten diese Nachfrage oft nicht adäquat auffangen.
Infrastruktur für Radfahrende wird nicht besser
Nicht nur das Warten auf Reparaturtermine macht das Fahrradfahren für vielen unattraktiv. Auch bei Investitionen in die Infrastruktur hapert es aus Sicht der Radfahrenden. So gaben 41 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Deutschland an, dass sich die Fahrradinfrastruktur in ihrer Region während der letzten zwölf Monate nicht verbessert hat. Auch nicht, was die Sicherheit für radfahrende Kinder betrifft. Denn 65 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass es in den letzten zwölf Monaten für Kinder auf dem Rad nicht sicherer geworden ist.