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Pornofund beim Sohn: Mist, ich muss mit meinem Kind über Sex reden

Wenn sich das eigene Kind Pornos ansieht, stellt das Eltern vor große Herausforderungen: Sollen sie mit dem Kind reden? Wenn ja, was sollen sie sagen? Und warum ist das alles so furchtbar peinlich?

Durch das Internet kommen viele Kinder immer früher mit Pornografie in Berührung

Durch das Internet kommen viele Kinder immer früher mit Pornografie in Berührung

Was tun, wenn man herausfindet, dass der eigene Sohn mit gerade einmal neun Jahren Pornos im Internet ansieht? Der amerikanische Autor Dave Eagle hat sich entschieden, seinen Sohn mit seiner Entdeckung zu konfrontieren, wie er in einem Artikel in "The Atlantic" berichtet. Auf seine Feststellung "Ich weiß, dass du Pornos angesehen hast", antwortet der überraschte Sohn: "Moment. Was sind Pornos?" Leicht amüsiert trotz der unangenehmen Situation antwortet der Vater: "Das sind Videos oder Bilder von Menschen, die Sex haben." "Oh", sagt der Sohn, "Dann, ja, ich habe Pornos angesehen."

Dave Eagle verpackt die für Eltern alles andere als leichte Frage, wie sie mit Pornografie im Kinderzimmer umgehen sollen, in einen oft witzigen und gleichzeitig wichtigen Text. Laut einer britischen Studie schaut sich jeder dritte Zehnjährige pornografische Bilder im Internet an. Im Netz sind Videos und Bilder leicht zu erreichen, ohne dass die Eltern es merken. Dave Eagle ist seinem Sohn über dessen Browserverlauf auf die Schliche gekommen, er war eigentlich auf der Suche nach zuvor verbotenen Videos von gewaltverherrlichen Videospielen - die er übrigens auch fand.

Pornos sind nicht die Realität

Dave Eagle war genauso überfordert wie die meisten Eltern, wenn sie mit ihren Kindern über Pornografie und Sexualität reden müssen. Nach dem Geständnis seines Sohnes herrschte erst einmal Stille, bis der Neunjährige fragte, ob sein Vater noch vorhabe, etwas zu sagen? "Um ehrlich zu sein, habe ich das noch nicht weiter durchdacht." Der Unterschied zu Pornografie, wie der Vater sie in seiner Kindheit kennengelernt hatte - Playboy-Hefte versteckt unterm Bett -, sind Pornos im Internet expliziter, extremer. Es macht ihm Sorge, dass sein Sohn nun denkt, Sex sei wie in Pornos.

Experten warnen besonders vor diesem Punkt: Durch die Brutalität, die in vielen Pornos dargestellt wird, kann die Vorstellung von Kindern in Bezug auf ihre eigenen zukünftigen Beziehungen beeinflusst werden. Generell verarbeite jedes Kind das Gesehene anders, wichtig sei es, mit den eigenen Kindern darüber zu reden, auch wenn es schwerfällt.

Dave Eagle hat also vieles richtig gemacht. Sein Text endet damit, dass er probiert, seinem Sohn zu erklären, wie anders und wie viel schöner realer Sex ist. "Ich sehe gern ein Baseballspiel der Red Sox, aber ich spiele viel lieber selber. Es macht viel mehr Spaß und nichts ist mit dem realen Spiel vergleichbar. Verstehst du das?" Sein Sohn nickt hektisch. "Können wir jetzt aufhören darüber zu reden?" "Klar. Habe ich dich in Verlegenheit gebracht?" "Ein wenig", antwortet der Sohn, "aber hauptsächlich möchte ich nicht mehr hören, wie sehr du Sex magst."

vim
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