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Kehrseite von Batman und Co.: Superhelden machen Kinder aggressiv

Superhelden helfen Armen und Kranken und sind Retter in der Not. Kinder übernehmen jedoch andere Eigenschaften von ihren Vorbildern - und die sind nicht positiv.

Sind Superhelden gut für die kindliche Entwicklung?

Sind Superhelden gut für die kindliche Entwicklung?

Sie haben Superkräfte, sind immer zur Stelle, wenn Menschen in Not sind und helfen selbstlos: Superhelden. Klar, das sorgt für mächtig Eindruck bei Kindern. Vor allem Vorschulkinder sind ganz vernarrt in Batman, Spiderman und Co.. Eine neue Studie der "Brigham Young University" schürt nun jedoch Zweifel an der Vorbildfunktion der Filmfiguren. Denn offenbar schauen sich Kinder nicht die positiven Eigenschaften ihrer Helden ab - sondern vor allem ihr aggressives Verhalten.

Die Familienprofessorin Sarah M. Coyne hat in einer Studie den Einfluss von Superman und Co. auf das Verhalten von Kindern untersucht. Die Eltern von 240 Kindern wurden befragt, wie oft sich ihre Sprösslinge mit Superhelden beschäftigten, wie sehr sie sich mit ihnen identifizierten und wie oft sie etwa deren Filme ansahen. Ein Jahr später wertete sie das Verhalten der Kinder aus - und entdeckte Überraschendes: Superhelden-Fans neigten zu aggressivem Verhalten und zeigten sich eher unsozial.

"Viele Vorschulkinder begeistern sich für Superhelden, und der Großteil der Eltern denkt, dass diese Heldenkultur ihren Kindern dabei hilft, andere zu verteidigen und nett zu Gleichaltrigen zu sein", erklärt Coyne in einer Mitteilung. "Unsere Studie zeigt jedoch das exakte Gegenteil. Kinder übernehmen den aggressiven Part und nicht den helfenden." Ihre Untersuchung veröffentlichte sie im Fachblatt "Journal of Abnormal Child Psychology". 

Aggressives Verhalten durch Superhelden - wie sollten Eltern damit umgehen?

Die Wissenschaftlerin erklärt dieses Phänomen durch die Komplexität der Heldengeschichten: Die Thematik enthalte oft mehrere Erzählstränge und soll auf diese Weise auch ältere Zielgruppen ansprechen. Vorschulkinder dagegen besäßen schlicht noch nicht die kognitive Fähigkeit, die moralischen Aspekte der Figuren zu verstehen und zu durchdringen.

Ein Verbot von Heldengeschichten für Kinder will Sarah M. Coyne aber nicht aussprechen. "Es geht nicht darum, Superhelden aus dem Leben von Kindern zu verbannen, denn sie können ein schöner und magischer Teil der Kindheit sein." Eltern sollten jedoch mit ihren Kindern über die Filmcharaktere sprechen - und dabei sowohl negative wie auch positive Eigenschaften herausstellen.

Entscheidend sei auch, einen Ausgleich zu der Filmwelt zu schaffen, so Coyne. "Eltern sollten ihre Kinder für eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Aktivitäten begeistern. Superhelden sollten eines von vielen Beispielen sein, mit denen sich Kinder gerne beschäftigen."


ikr
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