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SEXGEFLÜSTER: Liebesspiele in freier Natur? - Gar nicht so einfach

Jeder zweite träumt von Sex im Freiem und viele belassen es nicht beim Träumen. Auch Erotik-Kolumnistin Hannah Garbaty hat in dieser Beziehung einiges erlebt.

Der Stachel fraß sich in mein Fleisch, als ich vor einigen Jahren auf einem Georgette-Dee-Konzert war. Die Künstlerin plauderte über Romantik im allgemeinen und besonderen und beschloss ihre Ansage mit dem Satz »Aber noch nie hat mich jemand rückwärts hinter die Kuhmelkmaschine geworfen ? im Angesicht der sinkenden Sonne!«

Nun, mich hatte bis dato auch noch nie jemand rückwärts hinter eine Kuhmelkmaschine geworfen. Während eines romantischen Sonnenunterganges nicht und auch sonst nicht.

Überhaupt fand mein erstes und letztes sexuelles Erlebnis in freier Natur im zarten Alter von 17 Jahren statt. Und mal ganz davon abgesehen, dass mein damaliger Freund und ich damals sowieso noch viel zu wenig über erotische Raffinessen wussten (passenderweise vergnügten wir uns auch noch in der JUNGFERNheide), zählte ich nach dieser Stunde 84 Mückenstiche. Romantisch war das nicht ? das können Sie mir glauben.

Doch der Stachel saß fest. Ich träumte von leidenschaftlichen Liebesspielen unter freiem Himmel und beschloss, es noch mal wissen zu wollen.

Roland lernte ich über das Internet kennen. Nachdem wir einige Male im Chat geflirtet hatten, machte er unvorsichtigerweise den Fehler, mir voller Begeisterung von seinem Pferd und der zauberhaften Natur rund um die Pferdekoppel zu erzählen. Aha! Meine Phantasie schlug Purzelbäume und ich sah uns bereits an einem lauen Sommerabend auf einer saftigen Wiese herumtollen.

Die Einladung zum Picknick auf der Koppel folgte prompt und mir war klar, wenn dieser Mensch auch nur ansatzweise so gut aussieht wie auf dem Foto und in natura nichts von seinem Chat-Charme einbüßt, dann ist er fällig. Als ich mich auf den Weg zum Rendezvous machte, war ich entsprechend vorbereitet: das Körperchen von Kopf bis Fuß mit Anti-Mücken-Lotion (geruchlos!) eingerieben, eine flauschige Decke unter dem Arm und im Kopf einen sehr lustvoll-romantischen Film ? mit mir als Hauptdarstellerin.

Roland sah gut aus und war charmant. Doch in letzter Konsequenz entpuppte er sich mehr als Pferdeliebhaber denn als romantischer Genießer. Zwar ließ er sich auf eine Knutscherei ein, doch als ich eindeutiger wurde, zog er sich gnadenlos hinter seine Vorhaut zurück: Ihm würde es nicht im Traum einfallen, vor den Augen der Pferde ? die natürlich interessiert zuguckten ? Sex zu haben. Den anschließenden Vortrag über das Seelenleben hochsensibler Rösser nahm ich nicht mehr wahr.

Meine nächste Chance kam, als ich im Urlaub Jochen aus Bayern begegnete. Alles an diesem Kerl war so ungemein appetitlich, dass ich pausenlos an ihm hätte herumlutschen mögen. Auch die lauen Sommernächte am Balaton ließen meine Sinnlichkeit ins Unermessliche wachsen und so dauerte es nicht lange, da fand ich mich auf seinem Schoß sitzend wieder ? völlig verzückt von seinen Küssen, seinen Streicheleinheiten und dem Geruch seiner Haut. Ihm schien es nicht viel anders zu ergehen, wie ich freudig erregt zu spüren bekam und so war glasklar, wir müssen in dieser Nacht dringend zusammenfügen, was die Natur eigens dafür vorgesehen hat. Also machten wir uns auf den Weg zu meiner Schlafstatt. Doch weil wir uns immer wieder küssen und aneinander reiben mussten, kamen wir nicht so recht vom Fleck und wussten bald, dass wir es nicht mehr bis ins Bett schaffen würden...

Um uns herum standen lauter Einfamilienhäuser, nirgends war ein freies Fleckchen in Sicht. Da entdeckten wir vor einem Haus einen kaputten Zaun und gleich dahinter ein Stück Wiese. Die wurde unsere. Da die Bewohner den Schlaf der Unsündigen und Gerechten zu schlafen schienen, machten wir uns keine Gedanken und fielen übereinander her. Himmel, was das schön!!! Gerade ließ Jochen seine Zunge gekonnt an meinem Perlchen spielen und ich klopfte schon an die Pforte zum Nirwana, da ereilte uns eine Erleuchtung der gänzlich unerotischen Art: In dem Haus hinter uns und in der Gartenlaterne vor uns ging plötzlich das Licht an. Im Bruchteil einer Sekunde war unsere Wiese zur Bühne mutiert und rundherum drückten sich aufmerksame Zuschauer ihre Nasen an den Fensterscheiben platt.

Schwupp ? war es vorbei. Das Nirwana rutschte in unerreichbare Ferne, der wunderschöne, kraftvolle Pfahl meines Geliebten verwandelte sich in eine gepulte Garnele und ich wusste nun, wie qualvoll sich ein Coitus interruptus anfühlt.

Natürlich genossen wir in diesem Urlaub noch so manches Mal die Freuden der Liebe, doch auf Sex unter freiem Himmel ließ Jochen sich nicht mehr ein.

Meine Stunde schlug erst im letzten Sommer. Um Ruhe und Entspannung zu finden, mieteten sich mein derzeitiger Liebster und ich in einer ausgebauten Mühle im Mecklenburg-Vorpommerschen Land ein. Vor, hinter und neben uns nur Seen, Felder und Wälder. Kein Mensch, nirgends. Und wir beide sehr, sehr verliebt. Eines Nachts erzählte ich ihm von meinen Erfahrungen mit der Liebe in freier Natur. Da auch er einige Köstlichkeiten zu diesem Thema beizusteuern hatte, wälzten wir uns schon bald vor Lachen im Bett herum.

Dann geschah es: »Komm mit!«, flüsterte er mir ins Ohr, griff sich eine dicke Steppdecke und zog mich aus dem Haus. Und dann liebten wir uns: auf dem Rasenstück hinter der Mühle, auf freiem Feld, im See, auf einer Lichtung und einem Hochsitz im Wald, mal auf der Decke, mal im Wasser treibend, mal stehend an einen Baum gelehnt. In dieser Nacht arbeiteten wir uns lustvoll rund um die Mühle herum und ich sah Sterne ? original am Himmel und hinter meinen Augen.

Ein Hoch auf die einsamen Landstriche Meckelpomms!!

Doch das war noch nicht alles: Mein Liebster hatte sich sogar die Geschichte mit der Kuhmelkmaschine gemerkt. Eine solche war zwar weit und breit nicht zu finden, doch eines Abends ließ ein Bauer seinen Trecker auf dem Feld neben der Mühle stehen. Und so durfte ich außerdem erfahren, wie es ist, rückwärts hinter einen Traktor geworfen zu werden ? im Angesicht der sinkenden Sonne!

Eine Umfrage ergab, dass jeder zweite Mensch von Sex im Freiem träumt. Damit dieses Erlebnis aber wirklich so romantisch und lustvoll wird, wie sich die Träumer erhoffen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Umgebung sollte sorgfältig recherchiert werden, damit man sich nicht urplötzlich inmitten einer schaulustigen Gafferschar wiederfindet. Eine anständige Unterlage hält Steine, piekende Halme und Ästchen fern. Am Strand verhindert sie, dass unsere schönsten Körperteile erst paniert und dann geschmirgelt werden. Wenn man dann noch das Körperchen seiner Begierde sinnlich und ausführlich mit Anti-Mücken-Lotion eincremt ? was übrigens ein prima Vorspiel ist ? dann kann schon mal nicht mehr allzu viel schief gehen.

Ob Sie Ihr geliebtes Wesen nun zu einem Picknick im Kornfeld entführen, sich magisch von einem einsamen Hochsitz angezogen fühlen oder einen Bootssteg samt wunderbar schaukelndem Boot als Stätte der Verführung wählen, ist eigentlich egal. Ebenso ob Sie es tagsüber, bei Vollmond oder im Angesicht der sinkenden Sonne tun. Hauptsache, Sie erfüllen sich Ihren Traum! Zum Glück hat der Sommer hat ja gerade erst begonnen...

In freudiger Erwartung auf Ihre Meinungen und Abenteuer verbleibt bis zur nächsten Woche

Ihre Hannah Garbaty

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(