HOME

Architektur: Letzter Stein für die Dresdner Frauenkirche

Ein wichtiger Tag für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche: Am 13. April 2004 wird in 78 Metern Höhe der letzte Sandstein gesetzt. Der Wiederaufbau begann schon 1994.

Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche geht voran: Bauarbeiter haben den letzten Stein in der Außenwand des Gotteshauses gesetzt, wie die Stiftung Frauenkirche am Dienstag mitteilte. Der 300 Kilogramm schwere Stein sei in 78 Meter Höhe von einem Kran, der dort auf einer Brüstung steht, in eine Lücke eingesetzt worden. Die letzten Gerüste werden aber voraussichtlich erst im Sommer entfernt, am 30. Oktober 2005 soll das Gotteshaus geweiht werden.

Mit dem gesetzten Stein ist der Übergang von der Hauptkuppel des Gebäudes, einer Steinkonstruktion, zur Haube geschlossen, die in Form einer Laterne aus Holz gebaut wurde. Die Haube wiederum schließt mit dem Turmkreuz ab. Die Frauenkirche hat eine Gesamthöhe von 91 Metern. Der größte Sandsteinbau der Welt wiegt 59.000 Tonnen; insgesamt wurden 28.000 Kubikmeter Sandstein verbaut.

Ab Juli ohne Außengerüste

Am 22. Juni gebe es im Rahmen des Wiederaufbaus einen weiteren Höhepunkt, berichtete die Stiftung. Dann werden die Laternenhaube und das Kuppelkreuz am Boden zusammengesetzt und mit einem Spezialkran auf das Dach der Frauenkirche gehoben. Im Juli würden die letzten Außengerüste an der Fassade abgebaut sein, so dass die Kirche dann weithin über Dresden hinaus wieder im alten Glanz erstrahle.

Dann gehe es mit dem Innenausbau weiter. Arbeiten an den Fußböden und der Dielung stehen danach im Vordergrund. Auch die Heizung, die über Fernwärme betrieben wird und eine Leistung von 1000 Kilowatt hat, wird getestet. Der Wiederaufbau begann 1994 nach umfangreichen archäologischen Vorarbeiten. Die Kosten werden auf rund 130 Millionen Euro geschätzt.

Die Frauenkirche wurde während der Bombenangriffe durch amerikanische und britische Luftstreitkräfte während des Zweiten Weltkrieges in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 in Brand gesetzt. Am 15. Februar brach das Gotteshaus in sich zusammen.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel