Ausstellung Der Mythos Marilyn


Sie war das Sexsymbol der 50er Jahre - und ist schließlich an ihrem Ruhm zerbrochen. Eine Hamburger Ausstellung widmet sich unter dem Titel "Marilyn Monroe - Legende, Mythos und Ikone" dem wechselvollen Leben der Schauspielerin.

Marilyn Monroe pendelte zeit ihres Lebens zwischen psychischen Zusammenbrüchen und Glamour, und auch mehr als 40 Jahre nach ihrem Tod hat sie von ihrem Ruf als Kultfigur nichts eingebüßt. Wie sehr "MM" bis heute die Künstler fasziniert, beweist die große Ausstellung "Marilyn Monroe - Legende, Mythos und Ikone" im Kunsthaus Hamburg. Vom 24. März bis zum 1. Mai sind hier rund 300 Arbeiten von über 70 internationalen Künstlern zu sehen, die sich mit dem Mythos Marilyn beschäftigten, darunter renommierte Namen wie Andy Warhol, Richard Avedon, Cecil Beaton oder Daniel Spoerri.

Das Leben der Monroe, die am 1. Juni 80 Jahre alt geworden wäre, ist ein faszinierender Mix aus Erfolg und Tragik, und vieles in ihrer Biografie liegt bis heute im Dunklen. Geboren am 1. Juni 1926 in Los Angeles erlebte sie eine freudlose Jugend und heiratete als 16-Jährige einen Flugzeugmechaniker, von dem sie sich aber bald wieder trennte. Und auch die folgenden Ehen mit dem Baseballspieler Joe Dimaggio und dem Dramatiker Arthur Miller scheiterten.

Das Sexsymbol der 50er Jahre

Mit Filmen wie "Manche mögen's heiß" - einem der größten Hollywooderfolge -, "Blondinen bevorzugt" oder "Nicht gesellschaftsfähig" wurde sie zum umjubelten Star und profitierte von ihrem Image als Sexsymbol. Die Schattenseiten des Glamours waren geprägt von Alkohol- und Drogenexzessen, Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken, zwei Fehlgeburten und diversen Schönheitsoperationen.

Die Hamburger Ausstellung zeigt, wie sich Fotografen und Künstler verschiedenster Stilrichtungen mit der vielschichtigen Person und dem Mythos Marilyn Monroe auseinander setzten. Besondere Faszination erhält die Schau durch die Kombination aus Staraufnahmen, privaten Fotos und künstlerischen Abstraktionen bis hin zu Installationen. Zu den berühmtesten Werken zählen die "Red Velvet Fotos", die der Fotograf Tom Kelley 1949 von ihr machte. 50 Dollar zahlte er ihr für Nacktaufnahmen, die später in der ersten Ausgabe des "Playboy" erschienen und bis heute unzählige Plakate und Postkarten zieren. Monroe rechtfertigte die Aufnahmen später damit, dass sie sich als "arme Schauspielerin" habe durchschlagen müssen.

Verschwörungstheorien um ihren Tod

Ebenfalls zu sehen sind die letzten Aufnahmen von Marilyn Monroe, die "The Last Sitting"-Serie von Bert Stern, die eine schwer gezeichnete Monroe im Alter von 36 Jahren zeigen. Kurz darauf, am 5. August 1962, fand man sie tot in ihrer Wohnung. Todesursache war eine Überdosis Schlafmittel. Einen Abschiedsbrief fand man nicht, und daher halten sich bis heute zahlreiche Verschwörungstheorien. Die am weitesten verbreitete besagt, dass Präsident John F. Kennedy sie vom CIA ermorden ließ, weil seine angebliche Affäre mit ihr ein Risiko für sein Amt bedeutet habe. Belege dafür hat es aber nie gegeben.

Die Hamburger Ausstellung mit Exponaten aus Privatsammlungen und Stiftungen war bereits mit großem Erfolg in London und Istanbul zu sehen und lockte allein in Madrid rund 50.000 Besucher an. Auch in Hamburg ist man überzeugt, dass die Ausstellung ein großer Erfolg wird, und erwartet rund 15.000 Besucher. "Marilyn Monroe hat bis heute eine riesige Fangemeinde und ihr Leben bietet Stoff für weit mehr als eine Ausstellung", sagt Claus Mewes, Leiter des Kunsthauses. Zudem seien viele Bilder erstmals in Deutschland zu sehen. Nach Hamburg wird die Ausstellung auf einer Tournee in den USA und Japan präsentiert.

Manfred Rolfsmeier/AP


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