Slim Aarons, gefeierter Lifestyle-Fotograf des zwanzigsten Jahrhunderts, sah seine Mission darin, „attraktive Menschen, die attraktive Dinge an attraktiven Orten tun“ abzulichten und machte damit Karriere. Nur wenige Lokalitäten erfüllten die Voraussetzungen dafür so mühelos wie Cortina d'Ampezzo, das Juwel der italienischen Dolomiten, einst beschrieben als Ort, „wo das Skifahren sonnig und sexy ist“.
Schon vor 70 Jahren wurde hier Geschichte geschrieben: Die Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina waren ein Meilenstein, da sie als erste Winterspiele live im Fernsehen übertragen worden sind. Das ermöglichte es einem breiten Publikum, die Wettkämpfe, und den legendären Sieg von Toni Sailer, mitzuverfolgen. Viele Menschen sahen die Spiele damals in Gaststätten, damals war es noch nicht üblich, einen eigenen Fernseher zu Hause zu haben.
Olympische Winterspiele an einem herrlichen Ort
Aarons besuchte das Berg-Resort erstmals 1962 und kehrte regelmäßig zurück. So konnte der Amerikaner, der 2006 mit 89 Jahren verstorben ist, einen Teil des Wandels vor Ort dokumentieren. Sein Interesse lag natürlich vor allem in seinem Bereich: der Mode. Wer sich noch erinnern kann, sieht daher in unserer Fotostrecke Yeti-Stiefel wieder, einiges an Pelz – und Ski, die schnurgerade und deutlich größer waren als man selbst, im Gegensatz zu den heutigen, geschwungenen Carving-Skiern.
Aarons war über fünf Jahrzehnte hinweg unermüdlich produktiv. Sein umfangreiches Archiv, das seit den 1990er-Jahren im Getty Images Archiv in Ost-London untergebracht ist, enthält Hunderttausende Bilder. Anlässlich der Winterspiele durchforstete Getty Images-Kurator Shawn Waldron das Archiv und entdeckte eine Selektion, die neben den bekannteren Werken des Fotografen stehen sollte. Gemeinsam bestätigen sie, was der Fotograf intuitiv verstanden hat: dass der italienische Geist des „dolce vita“ Cortina an den Hängen und darüber hinaus durchdringt.