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Generation Y: Willkommen in meinem Schlafzimmer

Sie sind zwischen 17 und Mitte 30 und gewähren einem französischen Fotografen Einblick in ihr Privatleben: die Protagonisten in "My Room Project". John Thackwray war in 1200 Schlafzimmern in 55 verschiedenen Ländern und hat sich die Generation Y angeschaut.

ROOM#024 – JOSEPH – 30years old – Artist – Paris - France

ROOM#024 – JOSEPH – 30years old – Artist – Paris - France

Junge Erwachsene, was machen die eigentlich heutzutage? Wie leben sie so? Der französische Filmemacher und Fotograf John Thackwray hat sich auf der ganzen Welt umgeschaut, um das herauszufinden. Er hat 1200 Menschen der Generation Y, also die zwischen 1980 und 1998 Geborenen, interviewt und will rund 100 der Geschichten in einem Buch veröffentlichen. Um einen Verleger zu finden, braucht er Vorbestellungen und gewährt deswegen vorab ein paar Einblicke, die neugierig machen sollen. Auf seiner Website gibt er einen ersten Vorgeschmack und die Möglichkeit zur Pre-Order. Sein Ziel ist es, das Buch vor Weihnachten zu veröffentlichen. Die Geschichten seiner Protagonisten verrät Thackwray natürlich noch nicht.

Der Fotograf hat sein Projekt Schritt für Schritt in sechs Jahren umgesetzt. Ihn haben der Lifestyle und die Kulturen in den unterschiedlichen Ländern interessiert, aber auch, mit welchen Problem die Generation heute konfrontiert wird. Er stellte Fragen zu Themen wie Gewalt, Armut, Religion, Frauenrechten und Umwelt. In jedem der 55 Länder befragte er zwischen 40 und 60 Menschen. Sein Fokus liegt dabei auf den Extremen: arm und reich, modern und traditionell. Er besuchte junge Leute in der Stadt sowie auf dem Land und aus allen Berufssparten: vom Studenten über Bauern, Fischer, Taxifahrer, Ingenieure bis zu Hausfrauen.

Das hat den Fotografen überrascht

Besonders beeinflusst hat Thackwray die Geschwindigkeit, in der die Welt sich verändert. "Hätte ich die Bilder vor 20 Jahren gemacht, hätten sie komplett anders ausgesehen", sagt er. Der Fotograf gehört selbst der Generation Y an und hatte deshalb auch ein persönliches Interesse an Dokumenten aus seiner eigenen Lebenszeit. Die wichtigste Erkenntnis, die Thackwray aus seinen Reisen und Interviews gewonnen hat, ist, wie ungerecht es auf der Welt zugeht. Dass viele Menschen Armut mit Gewalt verwechseln und Wohlstand mit Glück. "Tatsächlich habe ich mehr lachende Gesichter in armen Ländern gesehen und weitaus mehr Depression in der Ersten Welt", berichtet er.

Da dem Fotografen die Informationen zu seinen Bildern heilig sind, haben wir sie in den Bildunterschriften im Original belassen.

bal
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