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Jugendfotopreis 2006: "Jugend-Blicke" auf die Gegenwart

Subjektiv und experimentell: Zahlreiche Nachwuchsfotografen haben sich mit um den Deutschen Jugendfotopreis 2006 beworben. Die besten Arbeiten werden auf der Photikina gezeigt.

Ob mit Fotohandys, Digitalkameras - oder dem guten alten analogen Fotoapparat: Noch nie wurden so viele Bilder geschossen wie heute. Dabei wächst eine Bilder-Generation heran, die mehr will als nur knipsen und sich immer häufiger an Wettbewerben und Ausstellungen beteiligt, etwa dem Deutschen Jugendfotopreis. Mit weit über 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gilt er als der Klassiker unter den Jugendwettbewerben und ist für viele berühmte Fotografen das Sprungbrett für die berufliche Karriere. So haben Ute Eskildsen, Leiterin der Fotografischen Sammlung des Folkwangs-Museums, Wolfgang Volz, "Hausfotograf" der Künstlerpaars Christo und Jeanne-Claude oder der Modefotograf Uwe Ommer ihre ersten Bildkreationen zu diesem Wettbewerb eingeschickt.

Ins Leben gerufen wurde der Fotopreis 1961 vom Bundesjugendministerium auf Initiative des damaligen Leiters der Photokina-Bilderschauen L. Fritz Gruber. In diesem Jahr war die Resonanz mit weit über 10.000 Fotos von 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erneut hoch. Denn Ziel des Wettbewerbes ist es, Fotografie als persönliche Ausdrucksform zu nutzen; eigene Gedanken und Gefühle können hier ungefiltert präsentiert werden. "Die Technik steht nicht an vorderster Stelle, wie bei vielen anderen Wettbewerben", sagt Jan Schmolling, der den Preis seit vielen Jahren leitet. "Entscheidend ist die Story und die Stimmung, die rüberkommt." In der zweitägigen Jurysitzung wurden die Bilder gesichtet und die Top-Fotos ermittelt. Die Einsendungen waren in unterschiedliche Altersgruppen sortiert - wichtig für die gerechte Beurteilung, denn an die Arbeiten von Studierenden werden andere Erwartungen gestellt als an die Fotos von den Jüngsten.

Ein Kriterium, das für alle Altersgruppen gilt und das Profil des Deutschen Jugendfotopreises ausmacht, ist die besagte unverfälschte Sichtweise, der genaue Blick auf die Welt. Diese "Jugend-Blicke" bündelt, archiviert und präsentiert der Wettbewerb seit über vierzig Jahren: Fotografisch fixierte Zeitgeschichte aus der Perspektive von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Ausstellung und Preisverleihung auf der Photokina

Der Deutsche Jugendfotopreis 2006 wird am 1. Oktober auf der Photokina der verliehen. Auf die Gewinner warten Preise im Gesamtwert von 13.000 Euro. Die besten Arbeiten werden dort in Halle 5.1 ausgestellt. Originelle Fotos sind dabei keine Frage des Alters. Der jüngste Preisträger, der seinen Vater mit dem Handy aufgenommen hat, ist ganze drei Jahre alt. Die älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer glänzen vor allem mit ungewöhnlichen Porträts und konzeptionellen Arbeiten. Besonderen Spaß hatte der Fotonachwuchs am Sonderthema "Fußballfieber".

che