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Gesellschaftsphänomen "McSleepers": Schlafen, wo andere Burger essen

In der chinesischen Metropole Hongkong gehören sie längst zum Alltag: Menschen, die Nacht für Nacht in Filialen der Burgerkette McDonald's übernachten. Warum tun sie das?

Hongkong hat ein Problem mit Obdachlosigkeit: Viele Menschen übernachten deshalb in McDonald's-Filialen. Man nennt sie "McSleepers" oder "McRefugees".

Hongkong hat ein Problem mit Obdachlosigkeit: Viele Menschen übernachten deshalb in McDonald's-Filialen. Man nennt sie "McSleepers" oder "McRefugees".

Hongkong ist eine schillernde, eine aufstrebende Stadt - und doch voller Kontraste. Bemerkbar macht sich das in den städtischen Burgerfilialen. Denn unter die hungrigen Gäste gesellen sich immer wieder auch andere, für die die Filialen viel mehr sind: nämlich ihr Zuhause.

Die Obdachlosen, die hier ihre Nächte verbringen, haben längst eine eigene Bezeichnung: Man nennt sie "McRefugees" oder "McSleepers". Meist sind es Menschen mit einem geregelten Einkommen, die sich die hohen Mieten für ein eigenes Apartment nicht leisten können. Die Lebenskosten in Hongkong sind hoch, und auch die Preise für Grundstücke steigen. Das zwingt die Menschen dazu, sich Alternativen zu suchen.

Der Fotograf Tyrone Siu hat die "McSleepers" fotografiert: Seine Bilder zeigen Menschen, die auf Bänken, Tischen und Stühlen der Fastfoodkette schlafen. Einige scheinen sich nur kurz ausruhen zu wollen, andere versuchen, ein wenig Normalität in diese unwirkliche Situation zu bringen: Sie haben Decken und Kissen mitgebracht oder stellen Wecker neben sich auf. Schließlich dürfen sie nicht zu spät sein - am kommenden Morgen auf der Arbeit.

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