HOME

Traumwelt: Grotte von Niki de Saint Phalle eröffnet

Rund ein Jahr nach ihrem Tod ist das letzte große Kunstwerk von Niki de Saint Phalle vollendet: Die von ihr neu gestaltete Grotte in den Herrenhäuser Gärten in Hannover

Rund ein Jahr nach ihrem Tod ist das letzte große Kunstwerk von Niki de Saint Phalle vollendet: Die von ihr neu gestaltete Grotte in den Herrenhäuser Gärten in Hannover ist von diesem Samstag an für Besucher geöffnet. Die Stadt rechne damit, dass Niki-Fans aus aller Welt nach Hannover kommen werden, sagte ein Sprecher am Freitag. Nach den Plänen der Schöpferin der Nanas ist die barocke Grotte aus dem Jahr 1676 zu einem bunt-glitzernden Kunstwerk mit Glasmosaiken, Steinen und Figuren umgestaltet worden.

Zur Eröffnung der Grotte, die mit einem großen Fest im Herrenhäuser Barockgarten gefeiert wird, erwartet die Stadt am Samstag 10 000 Besucher. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg bezeichnete die Grotte als Juwel" in Herrenhausen.

Die Räume, die eine Art glitzernde Traumwelt entstehen lassen, sind mit tiefblauen und silbernen Glasstücken sowie Kieselsteinen besetzt. An den Wänden hängen goldene Sterne, Augen, Blumen, Schlangen und leuchtend bunte Nanas. Zur Realisierung des Kunstwerks mussten Materialien nach Frankreich gebracht werden, die Assistenten von Niki de Saint Phalle dann mit den Spiegeln und Glas-Stücken beklebten. Die bunten Figuren im Spiegelraum, der das Thema "Tag und Leben" symbolisieren soll, geben Beispiele aus den Schaffensperioden der Künstlerin.

Nach Angaben der Stadt kostete das Projekt etwa 2,5 Millionen Euro. Den größten Teil davon habe die Allianz Umweltstiftung (München) übernommen. Die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle, die Ehrenbürgerin Hannovers ist, hatte seit 1999 an der Neugestaltung der Grotte gearbeitet. Nachdem sie im Mai 2002 im Alter von 71 Jahren starb, beendeten Mitarbeiter anhand detaillierter Aufzeichnungen das Kunstwerk, das aus drei Räumen besteht.

Mit ihren Nanas - gewaltige, dralle Frauen-Skulpturen -, die unter anderem seit 1974 am Leineufer in Hannover stehen, wurde Niki de Saint Phalle in der internationalen Kunstszene berühmt. Jahrzehnte lang war die Künstlerin eng mit Hannover verbunden und hatte dem Sprengel Museum der Stadt einen Großteil ihrer Kunstwerke vermacht.

Die von ihr gestaltete Grotte in den Herrenhäuser Gärten ist bis zum 5. Oktober geöffnet und kann auch für Abendveranstaltungen gemietet werden.

Themen in diesem Artikel