Im Prozess zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt haben weitere Zeugen ausgesagt. Ein 62 Jahre alter Mann sagte aus, er habe auf dem Weihnachtsmarkt gearbeitet und Seife und Toilettenpapier holen wollen, als das Tatfahrzeug zwei bis drei Meter an ihm vorbeigefahren sei. "Ich habe einfach nicht geglaubt, was ich gesehen habe." Leute seien durch die Luft geflogen, der Wagen habe beschleunigt, sei in Schlängellinien gefahren. Heute schlafe er nur noch zwei, drei Stunden, sagte der Augenzeuge "Es ist drin in meinem Kopf und das wird wohl auch so bleiben."
Das Landgericht Magdeburg hörte in den vergangenen Wochen Betroffene, die beim Anschlag nicht direkt körperlich verletzt wurden, aber psychische Folgen davongetragen haben. Viele berichteten, dass sie Angst vor Menschenmengen haben und sie meiden, dass bestimmte Geräusche Angst bei ihnen auslösen und sie schlecht schlafen.
Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg sagte, es seien so gut wie alle Zeugen gehört worden. Der Prozess sei schon relativ weit. Das Gericht hat bislang Verhandlungstermine bis in den Juni angesetzt - damit könne man hinkommen, wenn man keinen neuen Beweisanträgen nachgehen müsse, sagte Sternberg.Es war der 26. Verhandlungstag gegen den Todesfahrer vom Weihnachtsmarkt, Taleb Al-Abdulmohsen. Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg lenkte der damals 50-Jährige am 20. Dezember 2024 einen PS-starken Mietwagen mit bis zu 48 Kilometern über den Weihnachtsmarkt. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge starben. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Die Anklage wirft Al-Abdulmohsen unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor.
Der Prozess wird am 13. April fortgesetzt. Ein ursprünglich für diesen Mittwoch (1. April) vorgesehener Termin wurde gestrichen.