Der erst kürzlich begonnene Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied einer italienischen Mafia am Landgericht Erfurt wird neu starten. Das teilte das Gericht mit. Ein Schöffe sei erkrankt, erklärte eine Sprecherin den Grund für die Neuauflage. Deshalb werde eine Neubesetzung der Schöffen nötig.
Auftakt soll am 15. April sein. Der Prozess gilt laut Landeskriminalamt Thüringen als erster gegen ein mutmaßliches Mitglied der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta in Ostdeutschland. Der italienischen organisierten Kriminalität wird in Thüringen demnach eine untere zweistellige Personenanzahl zugerechnet. Die Zahl bewege sich seit mehreren Jahren auf einem konstanten Niveau.
Vorwurf: Mitgliedschaft bei 'Ndrangheta und Kokain-Handel
In dem konkreten Fall legt die Staatsanwaltschaft einem 31-jährigen Italiener unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen kriminellen Vereinigung zur Last gelegt, auch soll er mit Kokain in nicht geringer Menge gehandelt haben. Mitangeklagt ist ein 57 Jahre alter italienischer Staatsangehöriger. Auch ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor, mit Drogen in nicht geringer Menge gehandelt zu haben.
Der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation Interpol zufolge handelt es sich bei der 'Ndrangheta um eine der einflussreichsten und mächtigsten Mafia-Gruppierungen der Welt. Ihre Wurzeln liegen in der süditalienischen Region Kalabrien, inzwischen soll sie in mehr als 80 Ländern tätig sein.