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News zur Coronavirus-Pandemie: Einigung zwischen Bund und Ländern: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni verlängert

In Deutschland und Europa werden die Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung schrittweise gelockert, die Fallzahlen steigen nur moderat an. Dagegen droht Brasilien zum neuen Zentrum der Pandemie zu werden. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Abstand

Mindestens 1,5 Meter Abstand – das bleibt die Maßgabe bei der Eindämmung des Coronavirus

DPA

Brasilien wird mehr und mehr zu einem Schwerpunkt der Coronavirus-Pandemie. Das Land hat einen weiteren Anstieg der Infektionen mit dem Erreger Saras-CoV-2 zu verzeichnen und liegt jetzt in absoluten Zahlen nach den USA auf dem zweiten Platz weltweit. In dem südamerikanischen Land wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 374.898 Infektionen registriert. mindestens 23.473 Menschen starben nach einer Covid-19-Erkrankung.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen weiter an, wenn auch vergleichsweise moderat. Insgesamt wurde bei 180.600 Menschen das Coronavirus nachgewiesen, 8309 starben.

Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Universität 346.232 Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion, bei mehr als 5,4 Millionen Infizierten (Stand: Dienstagmorgen).

Die wichtigste Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • Einigung zwischen Bund und Ländern: Kontaktbeschränkungen verlängert (19.48 Uhr)
  • Niedersachsen: Grüne und FDP verklagen Landesregierung (16.07 Uhr)
  • Sechs von zehn EU-Bürgern wegen Corona mit finanziellen Problemen (15.45 Uhr)
  • Berliner Verfasssungsgericht kippt Bußgelder für Verstoß gegen Mindestabstand (12.40 Uhr)
  • Italien sieht 15. Juni als Europas touristischen "D-Day" (10.11 Uhr)
  • US-Regierung zieht Verbot für Einreisen aus Brasilien vor (6.50 Uhr) 
  • Bayern droht Thüringen im Streit um Corona-Lockerungen mit Gegenmaßnahmen (6.32 Uhr)
DPA / AFP

Die Coronakrise: News von Dienstag, 26. Mai

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    In einer Mainzer Flüchtlingsunterkunft, die seit einer Woche unter Quarantäne steht, sind zahlreiche Corona-Infektionen bekannt geworden. Insgesamt seien 35 weitere Bewohner positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden, teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mit. Zur Gesamtzahl der positiven Tests in der Unterkunft machte die Kreisverwaltung in der Mitteilung keine Angaben und war zunächst nicht zu erreichen. Die Flüchtlingsunterkunft mit 113 Bewohnern war am 19. Mai unter Quarantäne gestellt worden. Auf jedem Stockwerk sei mindestens ein Mensch positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte die Stadt Mainz mitgeteilt, ohne die genaue Zahl der bekannten Infektionen zu nennen.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (Paho) hat sich besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Teilen Südamerikas geäußert. Die Verbreitung des Virus scheine sich in Brasilien, Peru und Chile "weiter zu beschleunigen", teilte die Paho, die als Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fungiert, mit. Insbesondere die Lage in Brasilien sei alarmierend, da die wöchentliche Zunahme der Corona-Infektionen in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht habe. Insgesamt wurden in Lateinamerika bislang fast 800.000 Corona-Fälle verzeichnet. 143.000 Menschen starben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt höher als in Europa oder den USA. Lateinamerika habe sich "ohne Zweifel" zu einem Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt, erklärte die Paho.

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat nach eigenen Angaben zwei explizite Morddrohungen erhalten. Das sagte der Politiker dem Nachrichtenportal t-online.de. Die Drohungen richteten sich gegen ihn und seine Familie. "Eine Morddrohung ist eine Art Postkarte, auf der ein Kreuz abgebildet ist mit meinem Namen eingraviert. In Schreibmaschinenschrift steht dort, dass ich an meine Familie denken solle", sagte Lauterbach dem Portal. Er habe die beiden anonymen Drohungen am Dienstag an den Staatsschutz übergeben.

    Auf Twitter schrieb er: "Morddrohungen bis zu Beleidigungen aller Art, einige von uns müssen viel hinnehmen. Daher sollte jeder mit Restbestand von Charakter die Hetze im Netz gegen Virologen, Epidemiologen oder Politiker einstellen. Es animiert Leute, die unberechenbar sind. Denkt an unsere Familien."

  • Daniel Wüstenberg
    • Daniel Wüstenberg

    Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Nachrichtenagentur DPA aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder.

    Alle Einzelheiten lesen Sie hier.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Nach Gerüchten um eine mögliche Coronavirus-Infektion hat der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow am Dienstag wieder an einem Regierungstreffen teilgenommen. Auf einem im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Foto ist Kadyrow zusammen mit anderen Regierungsvertretern an einem Tisch sitzend zu sehen. Er trägt keine Maske, hält jedoch deutlich Abstand zu den anderen Anwesenden.

    Russische Medien hatten am vergangenen Donnerstag berichtet, der 43-Jährige sei zur "medizinischen Überwachung" in ein Moskauer Krankenhaus gebracht worden. Die tschetschenischen Behörden hatten die Berichte weder bestätigt noch dementiert. Anders als in früheren Jahren war Kadyrow auch am Wochenende anlässlich der Feiern zum Ende des Ramadan nicht öffentlich in Erscheinung getreten.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Mit einer ungewöhnlich langen, zehntägigen Staatstrauer wird Spanien der gut 27.000 Todesopfer der Pandemie im Corona-Hotspot gedenken. Die Trauer werde am Mittwoch um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute im ganzen Land beginnen, teilte die linke Regierung am Dienstag mit. Ministerpräsident Pedro Sánchez werde der Zeremonie im Regierungssitz Palacio de la Moncloa in Madrid vorstehen, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Die französische Regierung stellt am Mittwoch die geplante Corona-Warn-App "StopCovid" vor (15 Uhr). Im Anschluss ist eine Debatte in der Nationalversammlung geplant. "StopCovid" soll ab der kommenden Woche auf Handys nutzbar sein. Die App warnt Nutzer, wenn sie sich in der Nähe von Corona-Infizierten aufgehalten haben. Dafür wird die drahtlose Bluetooth-Technologie genutzt. In Deutschland ist eine ähnliche Anwendung noch in der Entwicklung.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Erdbeer und Schokolade oder doch lieber Feige und Haselnuss? Die Italiener haben das Ende des Coronavirus-Lockdowns mit viel Eiscreme gefeiert. Allein in der Hauptstadt Rom und entlang der Küste der Region Latium wurden am vergangenen Wochenende fast 240 Tonnen Eis geschleckt, wie der Landwirtschaftsverband Coldiretti am Dienstag mitteilte. Der Umsatz der Eisdielen habe nach drei Monaten Ausgangssperre "wieder deutlich angezogen".

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Die Ansteckungskette unter Besuchern eines Restaurants in Ostfriesland hat bislang zu 27 nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus geführt. Fünf neue Fälle seien am Dienstag dazugekommen, teilte der Landkreis Leer mit. Den Erkenntnissen nach zählen 23 Infizierte zu der geschlossenen Gesellschaft, die sich am 15. Mai in dem Restaurant in Moormerland getroffen hatte. Die Zahl der Menschen in Quarantäne sei seit Montag von 133 auf 154 gestiegen.

  • Ellen Ivits
    • Ellen Ivits

    Der Sportwagenbauer und Formel-1-Rennstall-Betreiber McLaren muss 1200 von rund 4000 Stellen streichen. Wegen der Corona-Pandemie seien Rennen gestrichen worden, der Verkauf von Sportwagen an Privatleute sei zum Erliegen gekommen, teilte das britische Unternehmen am Dienstag mit. Das Unternehmen mit Sitz in Woking setzt dabei auch in der höchsten Rennsportklasse den Rotstift an.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wünscht sich in der Corona-Krise eine baldige weitere Schalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Situation verändere sich ständig, sagte Dreyer in Mainz. Zudem laufe die Bund-Länder-Vereinbarung zu Kontaktbeschränkungen Anfang Juni aus. Dies ließe sich zwar im Zweifel auch auf anderer Ebene ändern, aber es sei mit Sicherheit kein Fehler, mehr miteinander zu sprechen. Interessant sei auch, wie der Stand bei der Entwicklung der Corona-App ist. Die soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, indem sie erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnt, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben Infizierten aufgehalten haben.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO betrachtet Nord- und Südamerika als das neue Epizentrum der Corona-Pandemie. Die Verbreitung des Virus in Ländern wie Brasilien beschleunige sich, sagt die WHO-Direktorin für die Region, Carissa Etienne. Jetzt sei es nicht an der Zeit, die Beschränkungen zu lockern.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Trotz der unklaren Entwicklung in der Corona-Krise hält Brandenburg an seinen Plänen für eine zentrale Einheitsfeier Anfang Oktober in Potsdam fest. "Wir haben entsprechend der Situation die Planungen für den Tag der Deutschen Einheit angepasst", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Potsdam. Wegen des ungewissen Verlaufs der Pandemie müssten die Planungen aber sehr flexibel gestaltet werden. Zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung ist am Wochenende des 3. und 4. Oktober ein großes Fest in der brandenburgischen Landeshauptstadt geplant.

    "Wir müssen auch relativ kurzfristig eventuell in bessere oder, was keiner hofft, schlechtere Situationen umschalten können", betonte der amtierende Bundesratspräsident Woidke. "Das macht das Ganze zu einem doch sehr schwierigen Planungsunterfangen." Das Konzept wolle die Staatskanzlei demnächst vorstellen.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will der Autoindustrie im Land mit einem Hilfspaket im Volumen von mehr als acht Milliarden Euro unter die Arme greifen. Der staatliche Zuschuss für den Kauf von Elektro-Fahrzeugen solle auf 7000 von 6000 Euro steigen, kündigte Macron am Dienstag an. Ziel sei es, in Frankreich eine Million saubere Autos binnen fünf Jahren zu bauen und damit zum Top-Produzenten dieser Fahrzeuge in Europa zu werden. Die Zahl der Haushalte, die die Abwrackprämie beanspruchen könnten, solle ausgeweitet werden.

  • Tim Sohr
    • Tim Sohr

    Die EU-Kommission will die Milliardenhilfen für besonders von der Corona-Krise betroffene Staaten und Wirtschaftszweige durch neue Abgaben und Steuern finanzieren. Wie der Deutschen Presse-Agentur aus EU Kreisen bestätigt wurde, soll den Mitgliedstaaten an diesem Mittwoch unter anderem vorgeschlagen werden, Digitalkonzerne und Nutzer von Plastik stärker zur Kasse zu bitten. Zudem könnten künftig die Erlöse aus dem Handel mit Emissionszertifikaten in die EU-Kassen fließen.

    Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen will an diesem Mittwoch einen neuen Entwurf für die EU Finanzen von 2021 bis Ende 2027 vorlegen, der auch einen Wiederaufbauplan für die von der Corona-Pandemie schwer gebeutelte Wirtschaft umfassen soll. Nach dpa-Informationen wird der neue Vorschlag für den mehrjährigen Finanzrahmen dabei etwas weniger umfangreich ausfallen als der erste. Dieser hatte vorgesehen, das Volumen des europäischen Gemeinschaftshaushalts von 2021 an auf 1,11 Prozent des Bruttonationaleinkommens der EU zu erhöhen.

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