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"Silberhochzeit": Eklat am Feier-Abend

Matti Geschonnek, einer der besten deutschen TV-Regisseure, hat mit der ersten Schauspielerriege einen Stoff von Elke Heidenreich verfilmt: eine Silberhochzeit, die zur Katastrophe gerät.

Alma (Iris Berben) und Ben (Matthias Habich) haben zu ihrer Silberhochzeit vier Freunde zu einem guten Essen eingeladen. Gefeiert werden soll das Paar, das sich vor einem Vierteljahrhundert eine rosige Zukunft versprach. Doch die leidenschaftliche Anfangszeit wurde abgelöst durch Jahre der Geborgenheit, bis schließlich die Ära der Kompromisse und Langeweile folgte. Das ist die Ausgangslage für den Fernsehfilm "Silberhochzeit", der nach Motiven einer Kurzgeschichte von Elke Heidenreich entstand.

Ben, der seine Frau seit 25 Jahren zu jedem Hochzeitstag mit einem Strauß roten Rosen "überrascht", hat auch zur Silberhochzeit wieder daneben gegriffen - denn Alma liebt weiße Blumen. "Ben macht sich andere Gedanken, er hat viel investiert. Ich glaube, er liebt mehr als sie", sagt Habich über seine Rolle.

Die Hemmschwelle sinkt

Anita (Gisela Schneeberger), Almas älteste Freundin, und Jonathan (Oliver Nägele), Bens bester Freund, sind der Einladung allein gefolgt. Heinz (Ulrich Noethen) hat seine junge, etwas naive Freundin Vivien (Silke Bodenbender) dabei. Mit zunehmendem Alkoholpegel werden die Zungen der Eheleute und Freunde lockerer. Die Hemmschwelle sinkt und es werden Dinge ausgesprochen, die schon lange einmal - oder auch besser nicht - hätten gesagt werden sollen. Als Alexandra (Corinna Harfouch), die neue Freundin von Bens Freund Leo (Axel Milberg), in Ben ihre Jugendliebe erkennt, nimmt der Abend eine drastische Wendung.

"Es hat Spaß gemacht. Aber die Figur hat nichts mit mir zu tun. Solche Freunde hatte ich nicht", sagt Charakterdarsteller Habich, der sich beim Spazierengehen auf die Rolle vorbereitet hat. Die nur kurze Drehzeit von sechs Wochen habe zur Dramatik beigetragen. "Es deckten sich der Inhalt und die Arbeitsbedingungen. Von Vorteil war, dass wir chronologisch drehen konnten." Ein großes Kompliment macht der 65-Jährige dem Regisseur Matti Geschonneck. "Es war ein Vergnügen mit ihm, er ist ein hochkarätiger Kollege."

DPA