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"Sportschau": Das Comeback der Saison

Die Sportschau der ARD kehrte zu Beginn dieser Saison auf den Bildschirm zurück. Die Fußballfans dankten es und bescherten der Sendung weitaus bessere Quoten als zuletzt "ran".

Das Comeback der Saison gab es in der Fußball- Bundesliga außerhalb des Platzes. Die "Sportschau" der ARD feierte bei ihrer Rückkehr ins Ligageschehen einen Erfolg nach dem anderen und hängte Vorgänger "ran" bei den Quoten locker ab. Zudem gelang mit den hohen Reichweiten und dank der gesunkenen Rechtekosten eine Trendwende auf dem Fernsehmarkt: Nach Jahren mit roten Zahlen schaffte ein Sender mit dem Produkt TV-Fußball endlich wieder ein positives Ergebnis.

"Die ARD hat ihr Versprechen eingelöst, zur Finanzierung des Rechteerwerbs keine Gebührengelder einzusetzen", sagte der ARD-Vorsitzende Jobst Plog der dpa. "Mehr noch: Wir haben sogar die Produktionskosten aus den Einnahmen von Werbung und Sponsoring abdecken können." Geschätzte 45 Millionen Euro zahlt der öffentlich- rechtliche Sender für die Erstverwertungsrechte der sieben Spiele am Samstag, weitere vier Millionen sollen es für das fertige TV-Signal der Produktionsgesellschaft Plazamedia sein.

Sechs Millionen Zuschauer im Durchschnitt

Bei sechs Millionen Zuschauern lag die Durchschnitts-Quote vor dem letzten Spieltag am Samstag, was einem Marktanteil von 29,2 Prozent entspricht. Das sind rund 1,7 Millionen Zuschauer mehr als bei "ran". Das sei deutlich besser als erwartet, sagte der ARD-Vorsitzende. An die Sat.1-Topquote von 6,83 Millionen (Saison 1995/96) kam die "Sportschau" allerdings nicht heran.

Überaus zufrieden war auch das Team der "Sportschau". "Wir wussten nicht, wie sehr wir nach dem kurzen Vorlauf mit Kinderkrankheiten zu kämpfen haben, aber es gab nichts Schlimmes", kommentierte Steffen Simon. Der "Sportschau"-Chef sieht das Konzept aufgegangen: "Es gab eine starke Sehnsucht der Zuschauer, den Fußball wieder in den Mittelpunkt zu rücken, und das ist uns gelungen." Auf Grund der erfolgreichen Saison wird weder am Konzept noch am Moderatoren-Team etwas geändert. "Die Sendung steht so gut da, wie sie ist", sagte Simon.

DSF: Wir sind sehr zufrieden"

Rundum glücklich zeigt sich auch das DSF, das bei den beiden Partien am Sonntag erstmals als Erstverwerter auftrat. "Wir sind sehr zufrieden", sagte ein Sprecher, obwohl das DSF an die Sat.1-Quoten nicht heranreichte. Durchschnittlich drei Millionen TV-Zuschauer verfolgten die DSF-Zusammenfassungen, rund ein Drittel weniger als bei der Sonntagsausgabe von "ran".

Zu den Saison-Siegern darf sich Premiere zählen. Nach Angaben des Pay-TV-Senders wuchs die Sehbeteiligung um 17 Prozent auf durchschnittlich 2,2 Millionen. "Mit dem Zuwachs sind wir sehr glücklich", sagte ein Premiere-Sprecher. Wesentlich beliebter als die einzelnen Spiele ist die Konferenz-Schaltung, die samstags von knapp der Hälfte der Zuschauer geschaut wird.

Michael Rossmann, DPA / DPA
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