Neustarts
Kevin James alleine auf Hochzeitsreise: Das sind die Kino-Highlights der Woche

  • von Jonas Decker
Kevin James begibt sich in "Solo Mio" (Bild: Ausschnitt Kinoplakat) auf eine Ein-Mann-Hochzeitsreise, bleibt aber doch nicht lange alleine.
Kevin James begibt sich in "Solo Mio" (Bild: Ausschnitt Kinoplakat) auf eine Ein-Mann-Hochzeitsreise, bleibt aber doch nicht lange alleine.
© Constantin Film Distribution GmbH

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"Passenger", "Verflucht normal" und die romantische Komödie "Solo Mio", in der Kevin James sich mal wieder von einer weniger albernen Seite zeigt: Das sind die Kino-Neustarts am 28. Mai.

Ein amerikanisches Paar will in Italien heiraten. Freunde und Familie sind da, die Sonne scheint, die Location ist perfekt, alles ist vorbereitet für eine Traumhochzeit wie aus dem Bilderbuch. Der Bräutigam schreitet erwartungsfroh zum Altar – und findet dort einen Abschiedsbrief. Nichts mehr mit "Amore", plötzlich nur noch "Grande misera". Was soll's, denkt man sich in der prominent besetzten Romantic Comedy "Solo Mio": Dann werden es halt Ein-Mann-Flitterwochen.

Außerdem neu in dieser Woche: In "Passenger" werden zwei Roadtrip-Abenteurer von einer dämonischen Bedrohung verfolgt, und das Biopic "Verflucht normal" erzählt von John Davidson, der zu einer Zeit am Tourette-Syndrom erkrankte, als noch kaum jemand wusste, was das eigentlich ist.

Solo Mio

"Sie ist die einzige Frau, die ich je geliebt habe. Ich kann nicht einfach von vorne anfangen", klagt der vor dem Traualtar sitzengelassene Matt (Kevin James). Er hofft sehr, dass seine Heather (Julie Ann Emery) doch noch zurückkommt. Aber da sind auch Stimmen, die Matt raten, Heather schnell zu vergessen. Mehr noch: Er solle trotz allem das vollständige Flitterwochen-Programm in Italien absolvieren, von der romantischen Bootsfahrt bis zum malerischen Toskana-Ausflug – es ist ja schließlich alles schon bezahlt.

Matt lässt sich nach kurzem Zögern tatsächlich zu den Solo-Flitterwochen breitschlagen, sonderlich lange bleibt er allerdings nicht alleine. In einem römischen Café trifft er Gia (Nicole Grimaudo), die anbietet, ihm ein bisschen Italienisch beizubringen und die Stadt zu zeigen. Die beiden verstehen sich gut. Von Heather und den gescheiterten Hochzeitsplänen erzählt Matt seiner charmanten neuen Bekanntschaft Gia aber lieber erst einmal nichts.

Früher vor allem für Slapstick-Rollen bekannt, versucht Kevin James ("King of Queens") seit einiger Zeit zu zeigen, dass er auch auf andere, weniger alberne Weise unterhalten kann. Eine romantische Komödie wie "Solo Mio", die natürlich auch von den Emotionen lebt, passt da gut ins Bild. James' witzig-vulnerable Darbietung wurde in Kritiken zum Film ebenso gelobt wie der generell sehr unkonventionelle Umgang mit dem Heartbreak-Thema. Im amerikanischen "National Review"-Magazin war auch von einer "Rom-Com für Männer" die Rede.

Für Kevin James ist der Film in jedem Fall eine Herzensangelegenheit: Er fungierte im Hintergrund als Produzent und schrieb auch am Drehbuch von Patrick und John Kinnane mit. Inszeniert wurde "Solo Mio" von deren Brüdern Charles Francis und Dan Kinnane. Erstaunliche Randnotiz: Obwohl das Gesamtbudget für "Solo Mio" nur bei etwa vier Millionen US-Dollar lag, konnten diverse prominente Gesichter für die Produktion gewonnen werden: neben Kim Coates und Alyson Hannigan auch die Musik-Stars Ed Sheeran und Andrea Bocelli.

Passenger

"Letztes Jahr haben über 130 Millionen Menschen einen Roadtrip gemacht", behauptet der Trailer zu André Øvredals neuem Film "Passenger". 15.400 dieser Reisenden wurden angeblich "nie wieder gesehen". Dass diese Zahlen korrekt sind, darf bezweifelt werden. Bei einem Roadtrip liegt es ja in der Natur der Sache, dass man auch mal ganz spontan ins Auto einsteigt und losfährt, ohne bei irgendeiner Roadtrip-Meldestelle Bescheid zu geben. Bei einigen Asphalt-Abenteurern wird beim nächsten Mal aber vielleicht doch etwas Angst mitfahren, wenn sie diesen Grusel-Schocker gesehen haben.

Der norwegische Regisseur André Øvredal machte sich in der Vergangenheit durch Horrorfilme wie "Trollhunter" und "Scary Stories to Tell in the Dark" einen Namen, sein letztes Kinoprojekt war 2023 die "Dracula"-Adaption "Die letzte Fahrt der Demeter". Für "Passenger" arbeitete er nun mit den Autoren T.W. Burgess und Zachary Donohue, um den alten, aber doch schwer greifbaren Schrecken einsamer dunkler Straßen in einem eigenen Film zu verarbeiten. Neben dem wenig bekannten Hauptdarsteller-Duo Jacob Scipio und Lou Llobell konnte Øvredal auch Hollywood-Größe Melissa Leo gewinnen, die für ihre Nebenrolle in "The Fighter" (2010) mit einem Oscar und einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Was also steckt dahinter, wenn Menschen zu einem Roadtrip aufbrechen und dann für immer verschwinden? Bei einigen ist es wohl der titelgebende "Passenger", der sich irgendwann auch an die Fersen von Tyler (Scipio) und Maddie (Llobell) heftet. Das Pärchen aus New York ist mit seinem ausgebauten Camper gerade in ein aufregendes neues Aussteiger-Leben fernab des Großstadt-Trubels gestartet. Eines Nachts werden sie dann Zeugen eines Unfalls, und damit geht der Albtraum los. Irgendetwas verfolgt sie, etwas "Dämonisches", das sich einfach nicht abschütteln lässt, denn: "Niemand entkommt dem Passenger."

Verflucht normal

Das erste Filmstudio, bei dem Regisseur und Autor Kirk Jones mit seinem geplanten Projekt vorstellig wurde, soll abgelehnt haben – angeblich, weil in der Geschichte zu viel geflucht werde. Aber ohne das Fluchen ginge es hier wohl wirklich nicht. Das Biopic "Verflucht normal" (im Original "I Swear") erzählt von John Davidson, ein Tourette-Patient und heutiger Aktivist, der in Großbritannien dank einer BBC-Dokumentation schon in den späten 80er-Jahren zu einiger Bekanntheit kam. Kirk Jones hat seine Erlebnisse nun ins Spielfilm-Format überführt.

Wenn heute vom Tourette-Syndrom die Rede ist, wissen die allermeisten Menschen sofort, worum es geht. Nicht zuletzt in den Medien wurde in diesem Punkt in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit geleistet. Manche Menschen mit Tourette wurden durch den offenen, unbeschwerten Umgang mit der eigenen Krankheit auch schon zu Socia-Media-Stars. Ganz anders in den 70er- und 80er-Jahren: Als John Davidson jung war, wussten seine Mitmenschen nicht, wie sie mit seinen Tics, seinem Gefluche und seinen Zwangsstörungen umgehen sollten. Dass eine Krankheit dahintersteckte, wussten sie erst recht nicht.

Kirk Jones hat das Leben von John Davidson für seinen Film stellenweise dramatisiert und fiktionalisiert, wie er selbst einräumt, seine Filmbiografie sei aber trotzdem zu "98 Prozent authentisch". Viele Szenen basieren auf Schilderungen, die Jones aus erster Hand bei Davidson einholte. Den Anfang nimmt alles, als John (in der jungen Version Scott Ellis Watson, später Robert Aramayo) in den 80ern plötzlich seltsame Anfälle hat. Niemand kann sie erklären, doch die Aussetzer wirken sich drastisch auf das Leben des Jungen aus – in der Schule, aber auch zu Hause. Es ist der Beginn einer jahrelangen Odyssee, die "Verflucht normal" sehr gekonnt nacherzählt. Bei den BAFTA-Awards wurde Robert Aramayo als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

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