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Sklaven-Drama von Steve McQueen "12 Years a Slave" wühlt Publikum in Toronto auf


Die Geschichte eines schwarzen Violinisten, der entführt und versklavt wird, hat das Festspiel-Publikum in Toronto tief bewegt - und schockiert. Regisseur Steve McQueen zeigt brutale Folterszenen.

Jubel und Tränen: Das Sklaven-Drama "12 Years a Slave" des britischen Regisseurs Steve McQueen hat beim 38. Toronto International Film Festival (TIFF) heftige Reaktionen beim Publikum ausgelöst. Die Premiere des Streifens wurde am späten Freitagabend mit begeistertem Applaus des stehenden Publikums gefeiert. Zuvor hatte die tragische Geschichte des entführten Schwarzen Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor), der versklavt und gefoltert wird, allerdings zu emotionalen Momenten mit Tränen und Schreckensrufen geführt. Zahlreiche Zuschauer verließen wegen der expliziten Darstellung von brutalen Folterszenen den Saal.

Filmemacher McQueen ("Shame") erklärte am Samstag in Toronto vor Journalisten, dass er mit seinem Werk nicht schockieren, sondern die Wahrheit auf die Leinwand bringen wollte. "Das Buch ist um einiges brutaler, als wir es im Film zeigen", sagte der Regisseur. "12 Years a Slave" basiert auf den Memoiren von Solomon Northup, einem angesehenen schwarzen Musiker, der 1841 aus dem liberalen Norden in den Süden der USA entführt und als Sklave verkauft wurde. Das tiefgreifende Drama soll am 31. Oktober im deutschen Kino anlaufen.

Oscar-Geflüster schon im Gange

Neben Stars wie Michael Fassbender ("Shame"), Benedict Cumberbatch ("The Fifth Estate") und Paul Dano ("Little Miss Sunshine") ist auch US-Schauspieler Brad Pitt in einer Rolle zu sehen. Pitt, der den Film zudem mitproduziert hat, zeigte sich nach der Premiere besonders stolz auf das Projekt. "Sollte ich nie wieder an einem Film mitarbeiten, dann ist das ok. Der hier war es für mich", sagte der 49-Jährige.

Der mit Spannung erwartete Film hat in Toronto bereits zu Beginn des Festivals erstes Oscar-Geflüster ausgelöst und gilt als heißer Anwärter für den TIFF-Zuschauerpreis am kommenden Sonntag (15. September). Anders als in Berlin, Cannes und Venedig wählt in Kanada nicht eine Jury, sondern das Publikum die Gewinner. Trotzdem gilt das TIFF als ein Oscar-Vorbote. Viele TIFF-Preisträger räumten später auch in Hollywood ab. "Slumdog Millionär" beispielsweise begann vor vier Jahren seinen Siegeszug in Toronto. 2010 hatte "The King's Speech" die Zuschauer begeistert, auch er wurde anschließend mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet.

awö/DPA DPA

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