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COUNTRY: DOLLY PARTON: Halos & Horns

Während Country inzwischen sogar im Indie-Lager Fans und Nachahmer gefunden hat, zeigt die Grande Dame dieser Musik auf »Halos & Horns« ihren Verehrern, wo der Hammer hängt.

Dolly Parton mag in Europa als ziemlich altmodische Country-Lady rüberkommen. Was bei den modischen Irrungen und Wirrungen heutzutage ja nicht unbedingt schlecht sein muss. In anderen Stilrichtungen würde man bei einem Album wie »Halos & Horns« attestieren, die Künstlerin sei zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Wie auch immer: Die Musik ist authentisch, vermittelt ein Bluegrass-Gefühl so klar wie die Bergluft in Ost-Tennessee, wo Dolly sich für ihr Album inspirieren ließ.

Mit demonstrativer Unaufgeregtheit wandelt Parton an allen Kitsch-Fettnäpchen des Country-Genres vorbei, bleibt auch bei der 11.-September-Hymne »Hello God« bei ihren Leisten und schafft es sogar, »Stairway To Heaven« zu adaptieren. Sie habe vor der Zusammenstellung der Lieder für das Album Jimmy Page und Robert Plant eine Demo-Version geschickt, berichtet sie. Die hätten geantwortet, dass sie ihre Version gut fänden. »Wenn die Jungs die Version mögen, was kümmert es mich, was alle anderen Leute darüber denken?«

Uwe Käding, AP

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