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Emmerhoff & the Melancholy Babies: Drei Gitarren für ein Halleluja

Die norwegische Band Emmerhoff & The Melancholy Babies trägt auf ihrem neuen Album düster-melancholische Folksongs vor. Drei Gitarren sorgen für ordentlich Zunder.

Die Kraft der drei Gitarren macht den Unterschied zum gewöhnlichen Rock-Album. Was die Band aus dem norwegischen Bergen hier auffährt, ist schon ein gewaltiges Pfund, Massive statt Hard Rock. Gunnar Emmerhoff (Gitarre, Gesang) und seine Kollegen konnten bislang wenig vom Bergen-Boom profitieren, der Gruppen wie Kings Of Convenience und Röyksopp weltweit popularisierte. Was unzweideutig an der musikalischen Ausrichtung der Emmerhoffs liegt. Sie spielen hochintensive Folksongs, wildern eher in den Revieren von Led Zeppelin und den Allman Brothers, als sich aktuellen Elektronik- und Pop-Sounds zu öffnen.

"Electric Reverie" ist über weite Strecken kaum anzumerken, dass das Album 2004 entstand. Derart abgekoppelt vom Hier und Jetzt entwickelt die Band breit angelegte Soundwälle, in die mit schöner Regelmäßigkeit Melodien vom melancholischem Grundton eingraviert werden. Und selbst die Coverversion eines Portishead-Songs ("Cowboys") passt dann plötzlich ziemlich gut auf diese Platte.

Frank Sawatzki/AP

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