Der Auftritt im Oval Office vom 28. Februar 2025 steckt uns noch in allen Knochen. Der ukrainische Staatspräsident Selenskyj wurde da vor der Weltöffentlichkeit als derart ungehörig abgekanzelt, dass man sich die Augen rieb. Aber auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Januar zuvor hatte einem schon der Atem gestockt, als J.D. Vance die mangelnde Redefreiheit und den Willen zur Demokratie hierzulande monierte. Wer ist der Mann, der die Parole "Make America Great" erfand, der sich derart ungehobelt gibt und die Muskeln spielen lässt? Bereits 2016 erschien in Amerika Vances "Hillbilly-Elegie", die Biografie eines heute 41-Jährigen, die den Aufstieg eines Unterprivilegierten aus dem "Rostgürtel" von Ohio zum Absolventen der Elite-Universitär Yale erzählt. Im Film des amerikanisch-französischen Autrengespanns David Thompson / Christophe Astruc gibt es nun ein Wiedersehen mit allen Figuren, die den Lebensweg des J.D. Vance vom "Hillbilly" (Hinterwädler) aus Middletown zum Erfolgspolitiker prägten: die drogensüchtige Mutter, die raue, aber doch herzliche Großmutter, Usha, die spätere Ehefrau, aber auch die Politfiguren im Hintergrund, wie der konservative Polittheoretiker David Frum.
Bekanntlich wandelte sich Vance im Zeichen des MAGA-Movements vom Trump-Kritiker zum loyalen Gefolgsmann. In typischer Trump-Speech lautet der Kommentar hierzu: "Er hat schlimme Dinge über mich gesagt, bevor er mich kannte. Jetzt liebt er mich." So gesehen wirkt der Vizepräsident wie ein Zwilling des wankelmütigen US-Präsidenten.
ARD Dokumentarfilm: JD Vance – Der Mann nach Trump – Di. 21.04. – ARD: 22.50 Uhr