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Interaktiv-Krimi "Wer rettet Dina Foxx?": Doppelte Überraschung vom ZDF

Ausgerechnet das ZDF überrascht mit einem innovativen Format. Der Krimi "Wer rettet Dina Foxx?" bricht nach 50 Minuten ab. Es gibt zwar eine Leiche, den Täter müssen die Zuschauer aber selbst ermitteln - durch Recherche im Netz.

Dina Foxx (Jessica Richter) ist eine jener Netzaktivisten, die sich dem Datenschutz und dem Kampf gegen die Sammelwut von Staat und Konzernen verschrieben haben. Die junge Frau unterstützt unter dem Decknamen "Datagrrl", zunächst das Projekt freidaten.org, wechselt dann aber zu einer kommerziellen Firma: Bei Avadata wirbt sie für ein Daten-Radiergummi, mit dem im Netz verstreute Informationen gelöscht werden können. Auch ihr Freund Vasco arbeitet dort. Doch gerade, als er einem massiven Datenmissbrauch auf die Spur kommt, wird er tot aufgefunden - und Dina wegen dringenden Mordverdachts verhaftet. Während sie unschuldig im Knast sitzt, läuft der wahre Mörder noch draußen herum. Doch wer ist es?

Der Zuschauer wird es (zunächst) nicht erfahren, denn an dieser Stelle bricht der 50-minütige ZDF-Film "Wer rettet Dina Foxx?" ab. Eine Fortsetzung gibt es nicht. Ungeschoren davon kommen wird der Täter deswegen noch lange nicht. Er wird diesmal jedoch nicht von einem TV-Kommissar enttarnt - sondern von den Zuschauern selbst. Oder besser gesagt: den Internet-Usern.

Rund drei Stunden Video-Inhalt

Denn wer sich passiv berieseln lassen will, kommt hier nicht weiter. Die Zuschauer müssen selbst aktiv werden und auf 20 Websites nach dem Täter suchen. Dazu stehen rund drei Stunden Video-Inhalt bereit, die Aufschluss auf den Tathergang geben. Dazu gibt es die Möglichkeit, sich mit anderen Hobby-Detektiven auszutauschen. Im Zentrum des Projekts steht die Homepage freidaten.org. Ganz nebenbei will das ZDF damit auch für informieren und weiterbilden: "Es geht schon darum, zum Thema Datenschutz zu sensibilisieren", sagt ZDF-Onlineredakteurin Milena Bonse.

Dass ausgerechnet das ZDF mit diesem neuen Format um die Ecke kommt, überrascht. Denn bislang hat sich der Mainzer Sender weder mit besonders innovativen Inhalten hervorgetan, noch mit Angeboten, die sich dezidiert an jüngere Zielgruppen richten. Beides ist aber bei "Wer rettet Dina Foxx?" der Fall. Einziger Wermutstropfen ist da der späte Sendeplatz um 23.20 Uhr. Frühestens. Denn zuvor überträgt das ZDF das spanische Pokalfinale zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Kommt es da zur Verlängerung, verschiebt sich der Beginn schon mal locker bis nach Mitternacht. Bleibt also zu hoffen, dass Messi &. Co. ein Einsehen haben.

Das ZDF zeigt "Wer rettet Dina Foxx?" am Mittwoch, 20. April, um 23.20 Uhr. Mehr Infos unter dinafoxx.zdf.de

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