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Kommissarin Inga Lürsen: Zu viel, zu jung, zu experimentell: So stänkert Sabine Postel gegen den "Tatort"

Noch zwei Mal ermittelt Sabine Postel als "Tatort"-Kommissarin Inga Lürsen. Kurz vor der Ausstrahlung ihres vorletzten Falls holt die Schauspielerin noch einmal zum Rundumschlag aus und übt heftige Kritik an der Krimireihe.

Sabine Postel als "Tatort"-Kommissarin Inga Lürsen

Seit 21 Jahren verkörpert Sabine Postel die Kommissarin Inga Lürsen im Bremen-"Tatort".

ARD

Sie gehört zu den altgedienten Kommissarinnen der "Tatort"-Reihe: Seit mehr als 20 Jahren geht Sabine Postel als Inga Lürsen in Bremen auf Mörderjagd. Ihr erster Fall wurde am 28. Dezember 1997 ausgestrahlt, seither war die Schauspielerin in 37 Fällen zu sehen. Doch damit ist bald Schluss: Sabine Postel hat ihren Abschied von der Krimireihe angekündigt.

Im Interview mit der Programmzeitschrift "Auf einen Blick" holt die Schauspielerin zu einem großen Rundumschlag aus und rechnet mit dem "Tatort" ab. An kaum einer Entwicklung der jüngsten Zeit lässt sie ein gutes Haar. So stört sich die 64-Jährige an dem ihrer Meinung nach vorherrschenden Trend zu immer jüngeren Kommissaren. Doch das öffentlich-rechtliche Publikum sei keine 20. "Diese Zuschauer wollen keinen Ermittler sehen, der aussieht, als hätte er gerade sein Abitur  gemacht", sagte Postel dem Programmmagazin. Man müsse die Rollen so besetzen, dass sich auch das ältere Publikum identifizieren könne. "Am besten einen Mix aus Älter und Jünger", sagte die Niedersächsin. Welche Kommissare sie mit ihrer Kritik genau meint, verriet sie jedoch nicht. 

Sabine Postel und ihre Kritik am "Tatort"

Auch die hohe Zahl der Ermittler-Teams - mittlerweile gibt es "Tatort"-Krimis aus 22 Städten - ist ihr ein Dorn im Auge: "Was mich eher stört ist, dass es inzwischen so viele 'Tatorte' gibt. Heute will offenbar fast jede Stadt ein Ermittlerpaar haben." 

Und noch etwas misfällt der Darstellerin von Inga Lürsen gewaltig: die "Tatort"-Experimente der vergangenen Jahre. Viele gab es zwar nicht, doch für Postel offenbar zu viele: "Das war alles nicht meins", sagt die Schauspielerin. Zwar seien Experimente grundsätzlich zu begrüßen, doch Improvisation sei in dem Format schwierig, selbst mit gestandenen Schauspielern. Damit meint sie vermutlich die beiden komplett improvisierten "Tatort"-Folgen aus Ludwigshafen mit Lena Odenthal. Ein gewagter Versuch, der auch in den Augen der meisten Kritiker gescheitert ist.

Inga Lürsen nimmt 2019 Abschied

Der generellen Kritik ungeachtet gibt Sabine Postel zu, dass ihr der Abschied nicht leicht fällt: "Ich bin fast 22 Jahre dabei. Da trifft man so eine Entscheidung nicht mal so nebenbei." Es fühle sich aber richtig an. 

Zwei Mal ist Postel allerdings noch im "Tatort" zu sehen. Am Sonntag, 28. Oktober, ermittelt sie in der Folge "Blut". Für 2019 ist dann ihre Abschiedsvorstellung geplant. Es wird dann ihr 39. und letzter Fall sein.

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