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"Tatort" aus Dresden: Der Stromberg unter den Krimis: So wird der "Tatort" am Sonntag

Der "Tatort" aus Dresden ist wie immer launig und humorvoll angelegt. Leider ist jetzt Schluss mit lustig: Dem Krimi fehlen frische Ideen. Was trotzdem gut ist - und was nervt.

Bewertung

- 3 von 5 Punkten

- ein leichter " " aus Dresden, der leider an den eigenen Gags zu ersticken droht

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Der Abteilungsleiter einer Versicherungsfirma wird am helllichten Tag in seinem Büro erschossen. Offenbar hat ihm ein Scharfschütze vom gegenüberliegenden Gebäude aufgelauert. Die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Henni Sieland (Alwara Höfels) und ihr Chef Schnabel (Martin Brambach) ermitteln vor Ort und blicken in die Abgründe von knallharter Versicherungspolitik. Weil die Firma ihren Versicherten oft keine Entschädigungen zahlt, hat sie viele Feinde - und einer von ihnen scheint auch nach dem Mord noch nicht fertig mit ihr zu sein.

Warum lohnt er sich?

" "-Autor Ralf Husmann hat hier mit dem Versicherungsmilieu seine Spezialität vorliegen und bringt einige seiner typischen, trockenen Sprüche ein. Als das Döner-Alibi des Hauptverdächtigen ("Mit Hühnchenfleisch und Kräutersauce. I like") zerfällt, sagt Kommissarin Gorniak etwa: "So weit ist es schon gekommen: Jetzt versauen die Türken den Deutschen das Alibi."

Was nervt?

Leider schmoren die Dresdner immer mehr in ihrem eigenen Saft. Die Reibereien zwischen dem Wird-man-doch-mal-sagen-dürfen-Chauvi Schnabel und den toughen Kommissarinnen wiederholen sich nicht nur jede Folge, sondern nutzen sich auch im Laufe des Krimis ab. Auch das Dauerthema Pegida/Flüchtlinge/Überfremdungsangst wird immer wieder mit der Holzhammer-Methode eingebracht. Etwas frischer Wind täte dem - immerhin noch recht neuem Team - schon jetzt sehr gut.

Die Kommissare?

In diesem "Tatort" steht vor allem das Privatleben von Henni Sieland im Mittelpunkt: Mit ihrem Freund läuft's trotz Versöhnung nicht gut und eine aufgenommene Flüchtlings-Familie bringt ihr nicht nur zuhause Stress ein. Kollegin Gorniak macht sich Sorgen um sie. Diese unaufgeregte Freundschaft ist eine angenehme Abwechslung zu so manchen Kommissar-Streithähnen.

Ein- oder Ausschalten?

Als Alternative zum zuletzt sehr düsteren "Tatort" aus Niedersachsen kann man sich den Dresdner Klamauk ansehen. Witziger ist allerdings das Web-Spin-off für den Pathologen aus Dresden: "Lammerts Leichen" gibt es auf der ARD-Website zu sehen.


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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo