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TV-Tipp des Tages für den 8.3.: Lachen wie in den goldenen Fünfzigern

Viel zu schnell in Vergessenheit geraten: Danny Kaye gehörte in den Fünfzigern zu den besten Komikern der USA. Als "König der Spaßmacher" ist er unser TV-Tipp des Tages.

Es waren andere Zeiten: Schwarzer Schnäuzer aufgeklebt - und schon wird Danny Kaye (r.) zum Italiener.

Es waren andere Zeiten: Schwarzer Schnäuzer aufgeklebt - und schon wird Danny Kaye (r.) zum Italiener.

"König der Spaßmacher" 16.25 Uhr, 3Sat
Ich hasse Clowns. Diese dauergrinsenden, tortenwerfenden, stolpernden Rotnasen waren noch nie mein Fall - und das nicht erst, seitdem ich zu frühe Bekanntschaft mit Pennywise, dem Clown aus Steven Kings "ES" machte. Was ich genausowenig mag: Filme, in denen mitten der Handlung gesungen wird. Schon als Kind habe ich meine Disneyvideos immer vorgespult, wenn Aladdin oder Krabben-Sebastian plötzlich angefangen haben zu trällern.

Warum also empfehle ich Ihnen heute ausgerechnet einen Film, in dem nicht nur eine Menge gesungen und getanzt wird, sondern der auch noch in einer Manege spielt? - Weil meine Liebe zu den kleinen Kuriositäten der Filmgeschichte größer ist als mein Hass auf alles Clowneske und Musicalische. Und weil Danny Kaye, in den 1940er und 1950er Jahren einer der berühmtesten Komiker der USA, leider viel zu schnell in Vergessenheit geraten ist. Zugegeben, "König der Spaßmacher" von 1958 gehört sicher nicht zu seinen besten Werken. Da kommen einem eher "Der Hofnarr" ("Der Becher mit dem Fächer!") oder "Das Doppelleben des Herrn Mitty" in den Sinn.

Doch im "König der Spaßmacher" gibt es eine Menge absurder Momente, die das Anschauen lohnen: Wir erleben wortgewandte Musiknummern, in denen Kaye als Lehrer Anton Larabee seinen Schülern erklärt, wie der Satz des Pythagoras ausgerechnet wird oder das schmissige Stück "Salud", das sich nahtlos in jeden Bollywood-Film mit Shah Rukh Khan einbauen ließe.

Doch so harmlos und leichtfüßig die Geschichte um einen Lehrer, der lieber ein Clown wäre und sich in ein Zirkusmädchen verliebt, auch klingt - "König der Spaßmacher" würde sich im 21. Jahrhundert die Zähne an den Zensoren ausbeißen. Die Darstellung der italienischen Zirkusgesellschaft überschreitet für heutige Geschmäcker deutlich die Grenze zur Political Correctness. Da wird alles an Italien-Klischees aus der Mottenkiste geholt, was im Sonderangebot zu haben war: die eifersüchtigen Brüder (natürlich mit nach hinten gegelten Haaren), die ihre Cousine beschützen wollen. Der schwarze Schnauzbart. Und natürlich Pasta, viel Pasta und Prosciutto. Kann man kritisieren. Oder man ordert eine Pizza "beim Italiener" und singt laut mit: "Buona Fortuna to ev'ryone, buona fortuna to me..."

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo