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Streit um Vormundschaft Britney Spears' Vater soll sie zu Auftritten gezwungen haben und kleinste Details ihres Lebens kontrollieren

Britney Spears
Britney Spears will am Mittwoch, 23.6., persönlich vor Gericht aussagen
© Imago
Britney Spears versucht offenbar schon länger als angenommen, von der Vormundschaft ihres Vaters loszukommen: Wie vertrauliche Gerichtspapiere dokumentieren, wehrt die Sängerin sich seit Jahren gegen ihren Vater - der seine Macht offenbar stark ausnutzte.

Kurz bevor Britney Spears am Mittwoch persönlich vor Gericht aussagen will, kommen neue Details aus dem Rechtsstreit um ihre Vormundschaft ans Licht. Wie die "New York Times" berichtet, beweisen vertrauliche Gerichtspapiere, dass die Sängerin schon viel länger als gedacht versucht, von der Vormundschaft ihres Vaters Jamie Spears loszukommen. Ein Ermittler untersuchte 2016 im Auftrag eines Gerichts den Fall und zitierte Spears in den Unterlagen unter anderem damit, dass die 39-Jährige es satt habe, ausgenutzt zu werden. Sie habe sich darüber beklagt, dass sie diejenige sei, die arbeite und Geld verdiene - und gleichzeitig alle in ihrem Umfeld davon profitieren, so der Ermittler in dem Bericht, den die Zeitung einsehen konnte.

Spears macht ihrem Vater darin schwere Vorwürfe. So soll Jamie Spears seine Tochter gezwungen haben, mit 40 Grad Fieber auf die Bühne zu gehen. "Das war einer der angsteinflößendsten Momente in meinem Leben", wird Spears zitiert. Überhaupt sei die Beziehung zu ihm von Angst geprägt, jeder Fehler ihrerseits werde streng bestraft. So sei sie beispielsweise gegen ihren Willen in eine Psychatrie eingewiesen worden, weil sie Änderungen in ihrem Showkonzept forderte.

Britney Spears wird von ihrem Vater kontrolliert

Ihr Vater soll ihr Leben außerdem bis in kleinste Details kontrollieren. Er entscheide darüber, mit wem sie sich anfreunden dürfe und habe etwa ihren Wunsch nach neuen Küchenschränken abgelehnt mit der Begründung, es sei zu teuer. "Das System hat viel zu viel Kontrolle", wird Britney Spears in den Dokumenten zitiert. Schon 2014 soll sie versucht haben, sich aus der Vormundschaft, die seit 2008 besteht, zu lösen. Sie sagte dem Gericht damals, dass unter anderem der Alkoholkonsum ihres Vaters ein Problem sei.

Britney Spears postet Tanzvideo auf Instagram

Besonders die Tatsache, dass Jamie Spears als Vormund eigentlich für das Wohlergehen seiner Tochter zuständig ist und gleichzeitig an ihren Toureinnahmen und anderen Deals in Millionenhöhe finanziell beteiligt ist, sorgt für Irritation. Bei jedem ihrer Auftritte kassiert Jamie Spears mit. 2020 hatte Britney Spears dann öffentlich gesagt, dass sie nicht wieder auftreten werde, so lange ihr Vater noch ihr Vormund sei. Laut den neu aufgetauchten Dokumenten soll sie lediglich ein Taschengeld von 2000 Dollar monatlich bekommen, während ihr Vater allein schon für die Vormundschaft 16.000 Dollar monatlich von ihr kassiere. 

Die Aussage von Britney Spears vor einem Gericht in Los Angeles am Mittwochnachmittag wird deshalb mit Spannung erwartet.

sst

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