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Jackson-Prozess: "Er hat an mir masturbiert"

Der wichtigste Zeuge der Anklage im Kindesmissbrauchs-Prozess gegen Michael Jackson hat angeblich detailliert über sexuelle Handlungen des Popstars berichtet.

Unter anderem soll der seinerzeit 13-jährige Junge bei der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft anschaulich dargestellt haben, wie sein Geschlechtsteil von Jackson gerieben worden sei. "Er hat an mir masturbiert", zitierte der Sender ABC in der Nacht zum Freitag aus Vernehmungsprotokollen. Wörtlich habe der Hauptzeuge der Anklage erklärt: "Wir lagen auf dem Bett und er (Jackson) sagte mir, Männer müssen masturbieren ... er steckte seine Hand in meine Hose und begann, mich zu scheuern ... meinen Intimbereich ... er masturbierte an mir." Auf eine entsprechende Frage des Staatsanwaltes sagte das Kind den Angaben zufolge, Jackson habe bei den sexuellen Handlungen seine Augen zu Schlitzen zusammengepresst.

Mit Alkohol gefügig gemacht?

Der jüngere Bruder des Jungen soll zu Protokoll gegeben haben, dass Jackson sich den Kindern nackt mit erregiertem Penis zeigte. Zudem enthalten die Akten laut ABC Vorwürfe, wonach der Popstar seinem mutmaßlichen Hauptopfer Alkohol aufdrängte, obwohl der Junge erklärte, das könne nicht gut für ihn sein, da er nur noch eine Niere habe.

Nach Angaben von ABC enthalten die insgesamt 1900 Seiten umfassenden bislang unveröffentlichten Akten Aussagen des Jungen, seines Bruders, seiner Schwester und seiner Mutter sowie 38 weiterer Zeugen. Wegen der darin erhobenen Vorwürfe hatte im vergangenen Frühjahr eine Geschworenen-Jury die Anklage gegen Jackson bestätigt, wonach er den Jungen mehrfach sexuell missbraucht und ihn dafür mit Alkohol gefügig gemacht haben soll.

Bei der Anhörung vor der so genannten Grand Jury ging es allein um die Zulassung des Strafverfahrens gegen Jackson. Die Verteidigung war gemäß den US-Prozessregeln noch nicht zugegen. Jackson hat alle Vorwürfe mehrfach bestritten und seine Unschuld beteuert. Er befindet sich gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar (derzeit 2,3 Millionen Euro) auf freiem Fuß. Der Prozess beginnt am 31. Januar.

DPA / DPA
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