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Kritik an Berichterstattung: Moderatorin von Zeitung beleidigt, weil sie Unterhosen trägt

Eine australische Moderatorin wurde dabei "erwischt", wie sie Unterhosen trägt. Für eine Boulevardzeitung Grund genug, die Frau an den Pranger zu stellen. Doch da hatten sie die Rechnung ohne ihre Leser gemacht.

Sam Armytage

Sam Armytage ist Journalistin und Moderatorin im australischen Fernsehen

"TV-Moderatorin Sam Armytage traut sich mit Oma-Unterhosen auf die Straße": So ähnlich lautete die Schlagzeile der australischen Version der "Daily Mail" am Sonntag. Aufhänger für die Geschichte waren Paparazzi-Fotos von Sam Armytage, die das Frühstücksfernsehen eines australischen Privatsenders moderiert, auf denen sie im Sommerkleid ihre Einkäufe in einer Drogerie erledigt.

Einmal abgesehen davon, dass es wohl niemanden etwas angeht, was für Unterwäsche die Australierin trägt, erwartet man bei der Überschrift dann doch mehr, als wirklich zu erkennen ist. Man rechnet mit etwas nahezu Gigantischem, das sich da unter dem Kleid der 40-Jährigen abzeichnet. Mindestens eine dieser Super-Bauchweg-Hosen, die von den Rippen bis zur Mitte der Oberschenkel reichen.

Doch, nein, davon ist nichts zu sehen. Stattdessen trägt Sam Armytage eine ganz normale Unterhose. Und sorgt so für Aufregung – doch ganz anders, als von der australischen Boulevardzeitung beabsichtigt. Denn anstatt sich über die Tatsache zu echauffieren, dass eine Frau Unterwäsche trägt, die aus mehr als ein paar Bändern besteht, regte sich innerhalb kurzer Zeit Widerstand gegen den Artikel an sich – ein paar Schimpfwörter ließen sich da leider nicht vermeiden.

Ein User machte sich sogar die Mühe, die Überschrift zu korrigieren.

Nicht nur in den sozialen Netzwerken erfuhr die Geschichte viel Aufmerksamkeit, es berichteten auch zahlreiche Medien darüber. Dass eine Frau dafür kritisiert wird, ganz normale Unterwäsche zu tragen, ist nur schwer nachzuvollziehen. Welche Vorstellung von modernen Frauen in solch einem Artikel mitschwingt, ist leider umso deutlicher. 

Die Moderatorin wollte sich gegenüber "Buzzfeed" nicht zu den Fotos äußern. Die Geschichte sei inzwischen eine Sache ihrer Anwälte. Passenderweise hatte Armytage erst am Wochenende, kurz vor dem unsäglichen Artikel, einen Post auf Instagram veröffentlicht, in dem sie mit Gerüchten über ihr Liebesleben aufräumt und mangelnden Anstand in der Berichterstattung über sich kritisiert.

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vim