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Trauer um Philosophen: Claude Lévi-Strauss ist 100-jährig gestorben

Der französische Philosoph Claude Lévi-Strauss ist tot. Wie die Académie Française am Dienstag bestätigte, starb der weltberühmte französische Völkerkundler und Anthropologe bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Alter von 100 Jahren.

Der französische Philosoph Claude Lévi-Strauss ist tot. Wie die Académie Française am Dienstag bestätigte, starb der weltberühmte französische Völkerkundler und Anthropologe bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Er wäre am 28. November 101 Jahre alt geworden.

Levi-Strauss gilt als Gründer der philosophischen Schule des Strukturalismus. In seinen Arbeiten übertrug er die strukturale Sprachwissenschaft Roman Jakobsons auf sein Fachgebiet und begründete die strukturale Anthropologie. Die These, dass der Mensch ihm unbewussten strukturalen Systemen unterworfen sei, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Mit seinen Büchern, die streckenweise romanhaft anmuten, beeinflusste er neben der Anthropologie, der Mythen- und Religionsforschung auch die neue Philosophie und Geschichtswissenschaft. Sein 1955 erschienener Bestseller "Traurige Tropen" (Tristes Tropiques) erschien in der Zeit der Entkolonialisierung und spielte bei der Aufwertung sogenannter "primitiver" Völker eine wichtige Rolle.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Literatur hatte Levi-Strauss einen Lehrstuhl für Soziologie im brasilianischen São Paulo erhalten. Dort begeisterte er sich bei Begegnungen mit Indianern für die Feldforschung. 1942 folgte er einem Ruf der New York School of Social Research in New York. Zuletzt arbeitete er als Philosophieprofessor.

DPA / DPA