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Udo Jürgens' letzte Ruhestätte: Ist dies das hässlichste Grabmal aller Zeiten?

Es ist ein sechs Tonnen schwerer Marmorblock: Udo Jürgens Urne ruht in einem monströsen Flügel aus Stein. Schön oder geschmacklos? Darüber scheiden sich die Geister.

Fans stürmen schon vor der Beisetzung das marmorne Grabmal von Udo Jürgens

Fans stürmen schon vor der Beisetzung das marmorne Grabmal von Udo Jürgens

Es war ein bewegender Abschied: Als am Samstagabend die Urne des im vergangenen Dezember verstorbenen Udo Jürgens auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt wurde, klatschten die zirka 50 anwesenden engsten Freunde und Familienangehörige in die Hände. Eine letzte Ehre, ein letzter Applaus für den großen Musiker. Seine Asche ruht nun in einem mächtigen weißen Marmorflügel. Doch genau daran scheiden sich die Geister.

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Die Skulptur aus sechs Tonnen schwerem italienischen Marmor wurde von Jürgens' Bruder Manfred Bockelmann entworfen. Der österreichische Bildhauer Hans Muhr hat die Pläne in wochenlanger Handarbeit umgesetzt. Der Marmorblock stellt ein weißes Klavier dar, das von einem Tuch umhüllt wird und auf der Vorderseite vom Schriftzug "Udo Jürgens" geziert wird. Insgesamt 75.000 Euro soll das Kunstwerk gekostet haben, mit dem Udo Jürgens' letzter Wunsch in Erfüllung geht: Er wollte nicht unter der Erde bestattet werden.

Doch das Grabmal gefällt nicht allen. Auf Twitter wird der Steinkoloss als "Monstrum" kritisiert. "Einen Toten nach 5 Monaten Odysee unter 6 Tonnen-Grab zu begraben, ist auch kein Liebesbeweis", schreibt ein User. Viele halten das Denkmal für zu protzig - und das, wo Jürgens zeitlebens ein sehr bescheidener Mensch war. Die Grabstätte erinnere eher an Liberace oder Elvis Presley. "Das hat Udo Jürgens echt nicht verdient ... . Er dreht sich grad eher im Grab um", mutmaßt eine Userin.

Kritik auch in der Familie

Auch in der Familie gab es offenbar nicht nur Zustimmung zu dem ein Meter hohen und 1,80 Meter breiten Marmorgrab. "Ein riesiges Klavier aufzustellen, wo dann alle Leute hingehen und Erinnerungsfotos machen, ist nicht in unserem Sinne. Der Mann lebte sein ganzes Leben schon genug in der Öffentlichkeit. Hier geht es darum, dass er endlich Ruhe findet", sagte Sabrina Burda, die Mutter der jüngsten Jürgens-Tochter Gloria, der "Bild"-Zeitung.

Wie Recht sie damit hat, zeigte sich schon vor der Beisetzung. Am Freitag stürmten hunderte Fans den Zentralfriedhof und ließen sich vor dem Marmor-Klavier fotografieren. Udo Jürgens Grab wird nicht nur zur Pilgerstätte, sondern zur Touristenattraktionen.

mai
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