HOME

Umstrittener "Kotz"-Auftritt: Demi Lovato wirft Lady Gaga Werbung für Bulimie vor

Demi Lovato attackiert Lady Gaga scharf: Deren "Kotz-Kunst"-Auftritt bei der Messe SXSW in Austin sei weder cool noch künstlerisch. Sondern nichts anderes als Werbung für Magersucht.

Von Frank Siering, Los Angeles

Lady Gaga hatte es großmundig angekündigt. "Bei meinem nächsten Auftritt werden mich die Fans so wie nie zuvor sehen können." Gesagt, getan.

Bei einem Konzert auf der SXSW, der Messe für Musik, Film und Interaktionen in Austin im US-Bundesstaat Texas, holte Gaga während des Songs "Swine" die Aktionskünstlerin Millie Brown auf die Bühne. Deren Spezialität: das Erbrechen von farbenfroher Flüssigkeit auf ihre Probanden. Gaga ließ sich von Brown gleich mehrfach mit einer nicht näher definierten grünen Flüssigkeit bespucken.

"Gefährliche Werbung für Bulimie"

Selbst eingefleischte Gaga-Anhänger waren sich nicht mehr so sicher, ob sie diese Aktionskunst wirklich mochten. Im Internet jedenfalls teilten diverse "kleine Monster" - so nennt Lady Gaga ihre Fans - ihre Abscheu vor der Aktion.

Kritik gab es auch von einer Musiker-Kollegin. Demi Lovato fand die Aktion schlimm und verachtend. Auch, weil sie es als eine Art "gefährliche Werbung für Bulimie" empfunden hatte.

Lovato twitterte noch am Freitag abend nach dem Lady Gaga-Konzert: "Traurig. Als würden wir Essstörungen nicht schon häufig genug zelebrieren." Lovato schloss mit den Worten: "Unterm Strich war das überhaupt nicht cool oder kunstvoll."

Lady Gaga glaubt an die Performance

Lady Gaga schien zu erkennen, dass Lovato, die selbst schon mit Essstörungen zu kämpfen hatte, den Finger möglicherweise in eine offene Wunde gelegt hatte. Um weitere negative Reaktionen zu vermeiden, versuchte Gaga schnell eine Erklärung zu finden: "Es war einfach aufregend, wie die Leute über Performance-Kunst im Internet gesprochen und darüber diskutiert haben, ob das nun Kunst sei oder nicht", so Gaga. Und dann fügte sie in einer Rede in Austin noch hinzu: "Wir haben es einfach gemacht, weil wir an die Performance geglaubt haben und weil es gut zu dem Lied passte."

Doch der mögliche Rettungsversuch kam wohl zu spät. Lovato setzte nach: "Künstler beinflussen Menschen. Einige verstehen vielleicht nicht die Kunst, die ihre Idole ausdrücken wollen." Dovato vermutet, dass möglicherweise einige Gaga-Fans diese Aktion nachahmen könnten, ohne zu wissen, dass das absichtliche Erbrechen zu ernsten Problemen führen könnte.

Lovato schließt ihr Posting mit den Worten: "Bulimie ist nicht cool. Und diese Krankheit bringt dich mit Sicherheit nicht auf die Bühne mit deinem Lieblingskünstler."