HOME

Bäder im Naturlook: Mächtig Holz vor der Wanne

Sie sehen das Bad vor lauter Bäumen nicht mehr? Was soll's. Heimische Nasszellen haben endlich Atmosphäre - dank Holz.

Von Cathrin Dobelmann

Von außen scheint der Wald innen zu sein, von innen glaubt man, draußen zu stehen." Der italienische Interior-Designer Matteo Thun hätte den aktuellen Trend, die Natur ins Bad zu holen, nicht anschaulicher beschreiben können. Denn momentan gilt: In ist, was aus Holz ist. Durch ihre besondere Farb- und Formgebung strahlen die neuen Baum-Möbel eine wohnliche Atmosphäre aus, die kühle Nasszellen gemütlich macht.

Die Designbranche wird schon ganz lyrisch und erklärt das Bad zum "Kernstück häuslichen Wohlbefindens". Und Firmen wie e15, Dornbracht und Alape, die sich unter der Marke "New Places" zusammengeschlossen haben, erkennen im Badbenutzer den zukünftigen Badbewohner und liefern eine ganze Palette an Naturmöbeln.

Dank Hartwachsölen perlen Wassertropfen ab

Denn seitdem die Verarbeitung von Holz optimiert wurde, ist auch in nutzungsbedingt eher feuchten Räumen eine Menge möglich. Lärche, Wengé oder Mahagoni werden heute mit speziellen Hartwachsölen beschichtet, die Wassertropfen abperlen lassen wie Keramik oder Kunststoff.

Der österreichische Hersteller Top Impex bietet sogar Badewannen an, die komplett aus Naturstoff bestehen. Hier soll die hautfreundliche Wirkung des Holzes zum Tragen kommen. Denn anders als bei herkömmlichen Materialien, so die Firma, würden die Bakterien durch die antiseptischen Eigenschaften der Naturfasern abgetötet. Marken wie Duravit oder Habitat wiederum setzen auf die Kombination mit Chrom, Glas oder Keramik. Das wirkt edel und modern.

Berieselt mit Wasser und Musik

Dass der Wellness-Faktor im Bad von steigender Bedeutung ist, lässt die Bilanz von Villeroy & Boch vermuten. Während die Branche insgesamt einen Umsatzrückgang zu beklagen hatte (2005 waren es mit 14 Milliarden Euro 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr), konnte das Mettlacher Unternehmen im vergangenen Jahr ein Plus von knapp einem Prozent erwirtschaften. Villeroy & Boch arbeitet mit Matteo Thun zusammen, zu den interessanten Neuheiten zählt etwa die Dampfdusche "Aquagate", eine ansehnliche Glas-Holz-Kombination, die auch über besondere technische Fähigkeiten verfügt. Das Modell besitzt ein Touch Pad, mit dem man diverse Brauseeinstellungen, Stimmungsbeleuchtungen und Musik aus dem eingebauten MP3-Player auswählen kann.

"Aquagate" ist ein Beispiel dafür, wie sich Designer und Firmen die Zukunft der Bäderkultur vorstellen: Wärme und Wellness, erzeugt von Holz und High Tech. Auf dass sich der heimische Duschraum zum luxuriösen Spa entwickelt.

print
Themen in diesem Artikel