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Beinahe-Katastrophe: 400-Meter-Frachter kracht in Passagierfähre - Polizei ermittelt gegen Kapitän

In Hamburg ist am Wochenende ein Container-Frachter aus der Fahrrinne gedriftet und in eine Hafenfähre gekracht. Das kleine Schiff wurde völlig zerstört, zum Glück waren keine Passagiere an Bord.

Finkenwerder

Die Hafenfähre "Finkenwerder" lag nach dem Zusammenstoß völlig zerstört am Anleger in Blankenese

Picture Alliance

Nach der Schiffskollision auf der Elbe vor Hamburg-Blankenese ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und der Gefährdung des Schiffsverkehrs gegen den 39 Jahre alten Kapitän des Containerfrachters.

Die 400 Meter lange "Ever Given" war am Samstagmorgen trotz Schlepper- und Lotsenbegleitung vom Kurs abgekommen und hatte eine 25 Meter lange Hafenfähre gerammt. Die "Finkenwerder" hatte am Anleger festgemacht. An Bord befanden sich keine Passagiere. Der 27 Jahre alte Schiffsführer wurde nach Polizeiangaben mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere Besatzungsmitglieder wurden ambulant versorgt.

Schaden im sechsstelligen Bereich

Warum der Containerriese vom Kurs abkam, ist weiter unklar. Es würden noch technische Daten gesammelt, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Außerdem sei ein Wettergutachten in Auftrag gegeben worden. Gegen Ende der Woche rechnen die Ermittler mit ersten Ergebnissen. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Beamte der Wasserschutzpolizei fuhren an Bord des Containerriesen nach Rotterdam mit.

Die Hafenfähre war bei dem Unglück stark beschädigt worden. Der Schaden werde auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt, sagte der Vorstand der Fährunternehmens Hadag, Tobias Haack. Die Verbindung zwischen Blankenese und Cranz auf der südlichen Elbseite könne erst nach Reparatur des Anlegers wieder aufgenommen werden. Der Betreiber der Hafenfähren, Hadag, strich am Sonntag alle Abfahrten zwischen Cranz und Blankenese. Begründet wurde dies auf der Webseite zunächst mit einer Betriebsstörung. 

Ein Video auf Twitter dokumentierte die Szene teilweise: 

Quellen: Twitter (@RUEGA001), Hadag

rös / dpa

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