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Makeover für Mr. President Trump-Umstyling: GQ krempelt den Look des US-Präsidenten um

Makeover für Mr. President: Trump-Umstyling: GQ krempelt den Look des US-Präsidenten um
Weniger Bronzer, passender Anzug und einen Haarschnitt möchte ein amerikanisches Magazin Donald Trump verpassen - doch dabei bleibt es nicht.

Es hat seit Beginn seiner politischen Karriere die verschiedensten Beschwerden über Donald J. Trump gegeben. Dem amerikanischen Präsidenten wird vorgeworfen, er sei rassistisch, sexistisch, islamophob, fremdenfeindlich und vor allem: schlecht angezogen. 

Diesen letzten Vorwurf möchte das Männer-Magazin GQ nun helfen, aus der Welt zu schaffen, und hat ein Video mit Fashion-Tipps für einen der mächtigsten Männer der Welt produziert. Wer sagte noch mal, Lifestyle-Magazine hätten nichts übrig für die wirklich großen Themen dieser Welt? Aber hallo:

Neben Ratschlägen wie "Es gibt in Washington wirklich genug gute Friseure, bring' endlich dieses Durcheinander auf deinem Kopf in Ordnung!" und "Wenn deine Hemdsärmel richtig sitzen, sehen deine Hände auch nicht mehr so klein aus!", zeigt das Video eine erstaunlich dramatische Veränderung: Ein bisschen weniger Bronzer hier, eine andere Krawatte da - und auf einmal sieht Donald Trump tatsächlich wie ein ernstzunehmender Politiker aus. 

Schein und Sein

Doch die Macher des Videos machen schnell klar: Wer Böses tut, dem hilft auch das beste Makeover nicht. Nach einem erfolgreichen visuellen Update zeigen sie alle Dinge, die sie an Trump außer seiner Krawattenwahl sonst noch beklagenswert finden - und die Liste ist lang. Seine schlechten Tweets, seine Lügen, seinen Egozentrismus und die Intoleranz ungefähr allen gesellschaftlichen Minderheiten gegenüber... Deswegen schließt das Video mit einer ziemlich ernsten Bitte: "Wir hoffen, deine Werte bekommen auch ein Umstyling." Klare Botschaft. 

Was sagt das Netz?

Das Video kommt in sozialen Medien extrem gut an, kann mittlerweile fast 400 000 Likes und noch mehr Shares vorweisen - aber in den Kommentaren finden sich auch kritische Stimmen.

 Die Verfasser der beiden obigen Kommentare halten das Makeover prinzipiell für eine gute Idee- allerdings ändert es nichts an ihrer eher geringen Wertschätzung des US-Präsidenten. Er sei immer noch ein "Trottel", sein Äußeres aufzuhübschen ändere nichts an seinen (mangelnden) inneren Werten, finden sie.Wo genau diese inneren Werte sein Äußeres nicht gerade positiv überstrahlen, zeigt dieser Kommentar, der an Trumps abfällige Imitation eines körperlich behinderten Reporters erinnert. Egal, welcher Anzug gerade in Mode ist: So etwas steht niemandem gut zu Gesicht.Auch Trumps Supporter sollten ein Makeover bekommen, denn sie würden alle Tarnmuster, Crocs und alte Jeans tragen, meint dieser Kommentator. Aber ist das wirklich der Fall? Ein Kommentar zeigt berechtigte Bedenken:Es sei heuchlerisch, jemanden für seine auf Äußerlichkeiten basierenden Beleidigungen anderer zu verurteilen, nur um diese Person dann selbst aufgrund ihres Äußeren zu attackieren. Im Klartext: Nur weil Trump beispielsweise Frauen aufgrund ihres Äußeren bewertet wie rohe Stücke Fleisch, rechtfertigt das nicht dasselbe oberflächliche und beleidigende Niveau bei Menschen, die ihn nicht mögen. 

Makeover für Mr. President: Trump-Umstyling: GQ krempelt den Look des US-Präsidenten um
Makeover für Mr. President: Trump-Umstyling: GQ krempelt den Look des US-Präsidenten um

Umstyling für die Diskussionskultur

Natürlich ist das GQ-Video vermutlich eher als Kritik an Donald Trumps inneren Werten zu verstehen - und auch Style-Tipps darf sich das Männermagazin wohl erlauben. Dennoch ist etwas dran am Einwand, sich nicht auf Trumps Oberflächlichkeiten einzulassen. Es ist verlockend, jemanden, der so offensichtlich so wenig Ahnung von Stil hat, aber andere darüber verurteilt, genau da anzugreifen. Aber Donald Trumps schlecht sitzende Anzüge sind nicht das Problem - genauso wenig wie seine seltsame (aber zu hundert Prozent echte!!!1!1) Frisur. Das Problem ist das, was sich hinter der Selbstbräuner-Maske verbirgt - und das gilt es, argumentativ zu demontieren.

Nichtsdestotrotz: Das GQ-Umstyling könnte Trump wirklich gut tun. Wenn er dann auch noch die Tipps zu inneren Werten berücksichtigen würde...

neon.de

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