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MET versteht keinen Spaß: New Yorker Museum wirft Frau raus - weil sie dieses Kleid trägt

Im Rokoko-Kleid ins Museum? Das geht nicht in New York. Dort wurde eine junge Frau aus dem Metropolitan Museum of Art geworfen, weil ihr Kleid zu auffällig war. Dabei hatte sie guten Grund für das Kostüm.

Stell dir vor, du wirst als Gastrednerin zu einer Museumstour eingeladen - und kommst nicht rein. Genau das ist der Amerikanerin Eliza Vincz am Wochenende passiert. Wie sie der "New York Daily News" erzählte, wurde sie schon in der Lobby des berühmten Metropolitan Museum of Art (MET) in New York vom Sicherheitspersonal aufgehalten. Und alles nur, weil Vincz sich passend kostümiert hatte.

Die 26-Jährige trug ein selbstgemachtes Korsagen-Kleid aus Taft mit Spitze und Rüschen und hatte sich die Haare gepudert. Vincz hat ein Faible für Mode aus dem 18. Jahrhundert, designt selbst Kleider in dem Stil und hält regelmäßig Vorträge über die Schönheits-Kultur aus der Zeit. Genau das sollte sie am Samstag auch für eine kleine Privatgruppe tun - doch die Museums-Security sah das anders. "Eine Sicherheitsfrau hat mich sehr unhöflich bedrängt und gesagt, dass ich keine Kunstwerke ins Museum bringen dürfe", so Vincz. Außerdem habe man sie beschuldigt, das Kleid gestohlen zu haben. "Ich hab mich wie eine Verbrecherin gefühlt."

"Es war der peinlichste Moment in meinem Leben"

Da Vincz mit dem Vorfall an die Öffentlichkeit ging, hat sich das MET mittlerweile dazu geäußert: "Es gibt keine Kleidervorschriften im MET, aber Regeln, was die Besucher mitbringen und in den Ausstellungsräumen tun dürfen. Die Museums-Wärter achten darauf, dass niemand andere Besucher stört oder die Kunst gefährdet", heißt es.

Gut: Dass man nicht im Penis-Kostüm oder als Batman verkleidet durchs Museum spazieren soll, weil das manche Besucher von der Kunst ablenkt, ist ein wenig nachvollziehbar. Aber auch ziemlich spießig und humorlos. Es ist ja nicht so, dass keiner mehr die Michelangelo-Zeichnung beachtet, nur, weil man sich kurz nach einer Frau im Kostüm umdreht. Und dass Eliza Vincz Übung im Tragen der Kleider hat, ist ihr auch anzusehen.

Der Spaß am Museum ist ihr jedenfalls gehörig vergangen. "Es war der peinlichste Moment in meinem Leben, dass ich ausgerechnet aus dem Ort raus geworfen wurde, der mir so wichtig ist. Ich wurde rausgeschmissen, weil ich meine Liebe zu Geschichte teilen wollte", sagt sie. Ins MET will sie nie wieder gehen. 


sst