HOME

Hautpflege: Eine echte Geheimwaffe: Warum koreanisches Gesichtswasser so super ist

Sie spenden jede Menge Feuchtigkeit, ohne zu fetten, und sie stecken voll guter Zutaten. Toner aus Korea sind etwas komplett anderes als das, was man in deutschen Drogerie-Regalen findet. Wir erklären, warum sie so super sind – und wo ihr sie bekommt.

Koreanische Toner spenden jede Menge Feuchtigkeit

Koreanische Toner spenden jede Menge Feuchtigkeit

Getty Images

Gesichtswasser – benutzt ihr welches? In Deutschland gilt die Flüssigkeit als eine Art zweiter Reinigungsschritt, nachdem man sich das Gesicht bereits mit einem Reiniger gewaschen hat. Als etwas, das man machen sollte, das aber oft als überflüssig betrachtet wird. Ganz anders als im Beauty-Hype-Land Korea, wo es nicht nur Unmengen von verschiedenen Gesichtswassern – auch Toner genannt – gibt, sondern die Nutzer gar nicht genug davon bekommen können.

Warum ist das bei uns so ganz anders? Womöglich, weil die Haut sich einfach oft nicht gut anfühlt, hinterher. Kein Wunder: Bei vielen Gesichtswassern bekannter Firmen steht Alkohol an zweiter oder dritter Stelle der Inhaltsstoffe. Alkohol trocknet die Haut aus. Das ist nichts, wovon man mehr als nötig im Gesicht haben möchte. Vor allem aber haben diese Produkte nichts mit dem zu tun, was die Südkoreaner als Toner bezeichnen.

Feuchtigkeitspflege ohne unnütze Zusätze

Ja, es ist ein bisschen verwirrend, da die Flüssigkeit erstmal ähnlich aussieht und ja auch die selbe Bezeichnung trägt. Doch in Korea zählt Toner nicht als Reinigungsschritt, sondern als erster Step der Pflegeroutine. Koreanische Toner haben zwei grandiose Vorteile: Sie sind wahre Feuchtigkeitsbomben. Und sie fetten nicht. Die meisten koreanischen Beauty-Firmen bemühen sich, die Zutatenliste ihrer Toner möglichst kurz zu halten und auf Füllstoffe, Alkohol, Parabene und andere unschöne Bestandteile zu verzichten. Dafür packen sie die hübschen Flaschen randvoll mit Pflanzenextrakten, Hyaluronsäure, Vitaminen oder kostbaren Fermenten. Oft wird statt einfachem Wasser, das letztlich nur ein "nutzloser" Hilfsstoff ist, komplett zu Rosenwasser oder Aloe-Vera-Extrakt gegriffen. Kurz: Richtig gutes Zeug mit richtig guten Zutaten.

Gereinigt wird das Gesicht vorher per "Double Cleansing": Make-up-Reste und Sonnencreme werden mit einem Öl-Reiniger entfernt, danach wird mit einem normalen Reinigungsgel oder -schaum Schweiß und Schmutz weggewaschen. Fertig. Bereit für die Pflege!

Die beliebtesten koreanischen Toner
Purito "Centella Green Level Calming Toner"

Purito "Centella Green Level Calming Toner": Die Hype-Zutat schlechthin ist Centella Asiatica, das Tigergras. Dieser Pflanzenextrakt soll die Haut verfeinern und bei der Selbstheilung unterstützen. Der Purito-Toner enthält außerdem reichlich Hyaluronsäure, Panthenol und Hamamelis-Extrakt, dafür weder tierische Bestandteile noch Alkohol oder Allergene. Spendet jedem Hauttyp wunderbar viel Feuchtigkeit.

Solche Toner füllen eine klaffende Lücke der hiesigen Kosmetikindustrie: Bis vor Kurzem gab es in unseren Drogerien fast nur a) Reinigungsprodukte und b) Cremes. Lange dachte ich, meine Haut sperre sich gegen jede Art von Pflege, weil sie auf die meisten Cremes sichtlich keine Lust hatte und mit Pickeln, Öl und Rötungen reagierte. Ich tolerierte höchstens leichte Feuchtigkeitscremes. Einen Wow-Effekt zauberte mir aber keine.

Eigentlich logisch – denn meine Haut braucht kaum Fett von außen, wie es in fast allen Cremes vorhanden ist. Sie braucht Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und Feuchtigkeit. Das habe ich gemerkt, seit ich täglich Toner benutze. Koreanerinnen (und auch viele Koreaner) wenden sogar die sogenannte "7-Skin-Methode" an. Das heißt: Sie tupfen sich eine "Schicht" Toner ins Gesicht und warten, bis sie fast eingezogen ist. Und dann machen sie das noch mal. Und noch mal. Und ... ihr versteht schon. Sieben Mal. Oft nutzen sie dazu nicht nur einen, sondern verschiedene Toner. Zuerst einen leichten, wässrigen, dann einen dickflüssigeren.

Sieben Schichten sind besser als eine

Ich muss gestehen, dass mir für sieben Schichten meist die Geduld fehlt. Aber drei, vier oder fünf mag ich auch. Man tut sich und seiner Haut etwas Gutes, ohne sie zu beschweren und zuzukleistern. Zudem macht das Einkaufen großen Spaß. Noch (nicht unwahrscheinlich, dass sich das irgendwann ändert) ist das Online-Shopping der beste Weg, um an koreanische Kosmetik zu kommen. Wer seine Produkte sofort haben will, kann sich in einem deutschen Shop wie "Love My Cosmetic" umschauen. Wer drei bis vier Wochen Geduld hat und auf die Ankunft seines Pakets warten kann, bekommt seine Bestellung direkt in Korea allerdings günstiger, etwa im "Rose Rose Shop" oder diesem seriösen Ebay-Shop.

Allein das Stöbern in den unzähligen hübsch verpackten Produkten mit den wohlklingenden Inhaltsstoffen macht Spaß. Auch dank der oft etwas holprigen Übersetzung ins Englische. Vielleicht sollte mal jemand koreanischen Firmen sagen, dass raue Haut keine "horny skin" ist.

Frau in Pool