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Video-Aufruf elf Millionen Mal geklickt: Radiomoderator sucht seine leibliche Mutter - und findet stattdessen seinen Vater

Ein australischer Radiomoderator hat sich in einem Facebook-Video unbekannterweise an seine leibliche Mutter gewendet. Und wie das manchmal so ist, hatte er - ruckzuck - nur ein Jahr später plötzlich Kontakt. Allerdings mit seinem leiblichen Vater. 

Australischer Radiomoderator

Facebook-Video des australischen Radiomoderators Ryan Jon: ein virales Wunder

Es ist nicht alles bloß Hass und Hetze in diesem Internet. Nein, manchmal geschehen in den unendlichen Weiten des World Wide Web auch noch Zeichen und Wunder. Eines davon hat der australische Radiomoderator Ryan Jon gerade erlebt. Zu verdanken hat er es seinem Facebook-Video, das er letztes Jahr zum Muttertag veröffentlicht hat.

Darin wendet er sich unbekannterweise an seine leibliche Mutter, um sie wissen zu lassen, wie dankbar er ihr ist. "Sie hat mir mein Leben gegeben und das Mindeste, was ich tun kann, ist, sie ihres leben zu lassen", sagt ein emotionaler Jon in dem Clip. "Sollte dieses Video oft genug geteilt werden und meine leibliche Mutter es sehen: Ich erwarte nichts von dir, du musst nichts tun und mich nicht kontaktieren. Ich möchte dir nur für alles danken und hoffe, du hast einen tollen Muttertag."

Binnen kurzer Zeit hatte Jon mit seinen Worten einmal das ganze Internet gerührt, das Video drehte mit seither 11 Millionen Aufrufen die ganz große virale Runde und wurde knapp 160.000 Mal geteilt. Viele User empfahlen dem Radiomoderator eine DNA-Analyse, um mehr über seine Herkunft zu erfahren. Jon - der seine Adoptiveltern übrigens sehr liebt, was in weiteren Videos seiner Facebook-Seite auch dokumentiert wird - nahm den Rat an und fand so heraus, dass er "zu 99 Prozent" europäischer Abstammung ist, noch genauer: 62 Prozent irisch und 12 Prozent britisch.

"Wie zwei Kumpel, die sich zum Kaffee treffen"

Jetzt kam Jon erst so richtig in Fahrt. Wie "Ladbible" berichtet, kontaktierte er CeCe Moore, Ahnenforscherin aus der US-TV-Doku "Finding Your Roots with Henry Louis Gates, Jr" - und Moore besorgte ihm tatsächlich einen Kontakt. Allerdings den seines Vaters. Diesem schickte Jon einen handgeschriebenen Brief - und nur eine Woche später landete eine E-Mail in seinem Posteingang: "Es tut mir leid, dass ich verpasst habe, ein Teil deines Lebens zu sein." Er sei US-Amerikaner, arbeite zurzeit aber in London. "Wenn du willst, buche ich dir und deiner Familie Flüge", schrieb er weiter.

Also machte sich Jon zusammen mit seiner Adoptivmutter auf den Weg in die englische Hauptstadt. Das Aufeinandertreffen mit seinem leiblichen Vater sei dann "im besten Sinne nicht überwältigend" gewesen: "Für jeden anderen muss es ausgesehen haben wie zwei Kumpel, die sich zum Kaffee treffen."

Immerhin hat der Radio-Star aus Perth jetzt mehr über seine Wurzeln erfahren: Sein Vater habe seine Mutter auf einem Backpacking-Trip getroffen. Als sich ihre Wege wieder trennten, habe er nicht im geringsten geahnt, dass er gerade ein Kind gezeugt habe.

"Das hier ist erst der Anfang der Geschichte"

"Es war unglaublich, meinen Vater zu treffen", sagt Jon, der andere Adoptivkinder nur ermutigen kann, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen: "Ich hatte nie gedacht, dass es passieren würde und ich bedauere nur, dass ich es nicht fünf, zehn oder 15 Jahre früher gemacht habe, aber ob ihr es glaubt oder nicht, aber das hier ist erst der Anfang der Geschichte."

Denn seine Mutter hat Ryan Jon noch nicht gefunden. Aber er sucht weiter.

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tim
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